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3 (1853)
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den. Denn jeder Tag bictct uns dazu mancherlei Stoff dar;hätten wir nur Muth, nur Willen genug, ihn zu ergreifen.

Es ist wahr, nicht alles das Gute, was wir gern bewirkenmöchten, können wir ausführcn. Aber hüten wir uns, nur gernauf das, was außer unsrer Macht liegt, hinznblicken, und dar-über das geringere Gute zu versäumen, welches wir in der Näheund mit geringen Mitteln stiften können! Doch ist dies eingewöhnlicher Fehler bei Vielen, daß sie immer über den ihnenangewiesenen Gcschäftskreis hinweg in die Ferne sehen, und sichbeklagen, außer Stand zu sein, dieses oder jenes wohlthätigeUnternehmen auszuführen, weil ihnen ihre Lage cs nicht erlaubt;oder nicht an der Stelle dieser oder jener Person zu sein, wosie dann gewiß nützlicher und wirksamer, als eben diese, seinwürden.

Nein, sehet doch nur auf eure eigenen Verhältnisse; sic findweitläufig genug, ein großer Spielraum eurer Frömmigkeit undTugend zu sein! Sprich doch nicht: hätte ich so viel Vermögenwie Dieser oder Jener, ich würde gewiß edler» Gebrauch davonmachen! Warum machst du denn nicht von deinem geringemVermögen die edelste Anwendung? Hast du nicht so viel, daßdu ohne deinen und deiner Familie Nachtheil davon Großes ent-behren kannst: warum entbehrst du denn nicht zum Trost desLeidenden wenigstens das Geringe, sondern verwendest cs lieberzur Vermehrung deiner Bequemlichkeiten, zur Verdoppelung deinerLustbarkeiten, zur bessern Reizung deines Gaumens mit Getränkenund Speisen wohlschmeckender Art? Und bist du so dürftig, daßdu endlich auch das Geringe nicht mehr entbehren kannst: be-sitzest du nicht die Gabe zu reden? hast du nicht einige wohl-habendere Bekanntschaften, die du um Beistand für hilfsbedürftigeFamilien ansprcchcn könntest? Es ist ja immer leichter, einWort für Andere zu reden, als für sich selber.