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Alles vollbracht zu haben, wenn sie irgend ein Werk der Liebevollbringen helfen, wozu sie sich aus Temperament, oder ansLangeweile, oder ans Begierde entschlossen, bei den Leuten einigesAnsehen zu bekommen. Ach, dieses ist keine Tugend! Siesind Sünder und verächtliche Wesen, weil sie jede Kraftanstrcn-gung scheuten, und nur thaten, was sie aus mancherlei Ursachennicht wohl lassen konnten.

Wer da weiß, Gutes zu thun, und thut es nicht, dem ist esSünde, ruft Gotteö Wort.

Sobald der Mensch den Jahren der Unmündigkeit entwachsenist, kennt er den Inbegriff seiner Pflichten. Und hätte kein Vater,keine Mutter, kein Lehrer ihm die Pflichten gegen Gott undMenschen und Thiere mitgctheilt: eine innere Stimme würde inihm erwachen, und ihm nennen, was Recht und. Unrecht sei.Gehe hin in die entferntesten Weltgcgenden, wo noch Menschenwohnen: bei aller ihrer Rohheit wirst du in ihnen das Gefühldessen.finden, was gut und böse ist. Denn die Gottheit offen-bart sich ln aller Sterblichen Vernunft und Herzen, also, daßNiemand eine Entschuldigung für sich hat.

Am wenigsten hat sie der Christ. Was dem Wilden in sei-nem Heidcnthumc nur noch dunkel vorschwcbcn mag, das hatJesus in glänzender Klarheit vor uns ausgestellt. Wir kennenseine Worte, in welchen er den heiligen Willen unsers Schöpfersoffenbarte; wir kennen sein Leben voller Unschuld, Gerechtigkeit,Liebe und Selbstaufopferung für Menschcnwohl: cs ist ein HellerSpiegel, in welchen wir sehen sollen. Wie mögen wir uns mitUnwissenheit entschuldigen, wenn wir nicht so viel Gutes aufErden stiften, als wir Gelegenheit dazu haben?

Auch kann wahrlich Niemand mit Gerechtigkeit die Klageführen, daß cs ihm an Anlässen fehle, unter seinen Mitmenschennützlich und verdienstvoll durch wohlthuende Handlungen zu wer-