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Pilatus Blicken der Wunsch, den Edel» zu retten, an welchemer keine Schuld fand; fern umher der schüchterne Haufe derJünger, der weinenden Freunde. Bist du der Juden König?fragte Pilatus, und hoffte, eine der Welt übliche Klugheit, einfeiges Nein werde den erhabenen Beklagten retten. ChristusJesus aber antwortete und sprach: Du sagst es!

O Gottes Sohn, o Heiland der Menschheit! Für mich, auchfür mich hast Du Dich der Schmach und dem Tode hingegeben.Wie? sollte ich nicht mit gleich göttlichem Muthe auch mich fortanverläugnen, wenn es darauf ankommt, Dich und die Tugend zubekennen? Bor wessen Drohen sollte ich denn erschrecken, wennmir vor dem Wcltrichtcr nicht bange ist? Wer kann mir dennGlück geben oder rauben? Wahrlich nicht Menschengunst oderMenschenhaß. Meine innere Seligkeit ist doch wohl unabhängigvon Menschenlaunen! Wer kann mir Ehre geben, oder Ehrenehmen? Doch wohl nicht der Einfall eines Großen, die Ge-wogenheit oder Ungnade eines Obern, oder das Urthcil des ge-meinen, leichtgcführten Volkshaufens? Nein, meines Geistesewige Ehre ist die Tugend, die vor Gott gilt. Meinen Leibkönnen sie tödten, aber den Geist nicht. Das Recht verdrehenkönnen sic mit Bosheit, die Unschuld verdächtigen in Feigheit;aber mögen sich die schwärzesten Wetterwolken vor die Sonnelagern, sie können nicht deren Strahlen auslöschen. Die Maje-stät der Wahrheit strahlt nach Jahrhunderten noch über denGräbern der Bekenner.