Druckschrift 
3 (1853)
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rechne nicht zuvor den allfällig daraus für dich erwachsendenSchaden; nicht, ob du dir mächtige Personen dadurch zu Feindenmachst; nicht, ob du Amt und Brod verlierst; nicht, ob mandich verstoßen wird. Du sollst kein Ansehen, kein Vermögen,keine Bequemlichkeit, keine Menschenfurcht groß achten, sondernnur was recht und gut ist. Du sollst bei dem, was recht ist,nicht auf dich selbst, sondern auf Zesum und deine Pflichten sehen;du sollst selbst das Leben verachten. Erst wenn du das kannst,bist du wahrer Christ, wahrer Nachfolger des Göttlichen! Werkeine Furcht hat, Alles einzubüßen, den müssen Alle fürchten, dienichts wagen und verlieren wollen. Er ist ihr Besieger. Dennwer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren. Wer umein gemächliches, irdisches Wohlbehagen dem höhcrn geistigenLeben entsagt, der hat die Ewigkeit für einen Augenblick ver-kauft. Wer aber sein Leben verliert um Jesu willen, der wirdcs erhalten. Wer ein nichtiges, flüchtiges Gut verachtet um desHeiligen willen, der hat ein Staubkörnchen verloren und einebessere Welt erobert. Darum thue Recht und scheue Niemand.

Und ob du gleich leidest, um der Gerechtigkeit willen, sobist du dennoch selig! Wer durch Verbrechen und Ränke Ehrenund Würden erworben hat, meinst du, er könne sich derselbenfreuen? Selbst der gekrönte Sünder schandcrt unter seinemPurpur vor der Gewalt der Wahrheit und des Rechts und vordem Augenblick der Vergeltung, der endlich Jedem erscheint.Meinst du, wer durch Betrug, Meineid, Anmaßung fremdenEigenthums und schimpfliche Hinterlist großes Vermögen gesam-melt hat, er sei selig in dessen Besitz? Nein, das Gold wird ihmendlich gleichgültig, aber nicht das Bewußtsein seiner Schändlich-keit, in der er es erworben hat. Gern möchte er Gott aus demWeltall hinwegläugnen, um sich selber zu beruhigen; aber nichteinmal den Schmerz des Gewissens kann er aus seinem Herzen