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rich fürchten werden, wenn sie erkennen, daß du in der Wirk-lichkeit bist, was sie nur scheinen möchten; die dir weichen wer-den, wenn sie Ueberzeugung empfangen, daß du sie nicht mehrfürchtest.
Muth denn zur Tugend! Wer ist, der euch schaden könnte,ihr Kämpfer Gottes, so ihr dem Guten nachkommet?
Diesen Muth zur Tugend verleiht das wahre Christenthum;nicht das falsche Christcnthnm, noch das Namen-Christenthumder blinden, vcrwahrloscten, durch Laster und Eigennutz ent-nervten Menge, welche Herr! Herr! ruft, und Gottes Gebotnicht übt; Gott zu lieben schwört, und den Nächsten haßt; Gottanbetct, und den Leidenschaften des Fleisches dient. Nicht dasChristenthum der heutigen Welt gibt den Muth zur Tugend,sondern das Christenthum "der ersten Jünger, die für die Wahr-heit des Glaubens, für das Recht des Geistes, für die Heiligkeitder Tugend Schmach und Noth, Armuth und Verfolgung, Hohnund Tod mit stillem, standhaftem Sinn duldeten.
Wer mir folgen will, sprach der Messias Jesus, der verläugnesich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Dennwer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aberdas Leben verliert um meinetwillen, der wird es erhalten. (Luk.9, 23. 24.) In dtesen wenigen Worten liegt der Schlüssel zumGeheimniß der Unüberwindlichkeit, zum Sieg des Guten überalle Macht des Schlechten. — Ergreife das Heilige, und voll-bringe es, unbekümmert um dich selbst; folge dem Muster Jesunach, und verläugne dich selbst.
Verläugne dich selbst; das heißt, wenn du etwas Rechtschaf-fenes zu thun weißt, etwas Wohlthätiges und Gemeinnütziges,frage nicht erst: welchen Vortheil werde ich davon haben? oder,was werden die Leute davon denken? Sondern, weil das Gött-liche göttlich, das Rechte recht ist, darum soll es geschehen. Be-