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wandern zn können. Denn sie find verzagt, weil bei ihnenMenschenfurcht über Gottesfurcht steigt. Sie preisen die Großendes Altcrthums in ihren Schauspielen, Reden und Schriften;aber wer unter ihnen groß sein wollte, wie jene, und für Rechtund Wahrheit fich selbst aufopfern, und lieber untcrgehen, alsUnrecht, Falschheit und selbstsüchtige Tücke anketten mochte, wirdSchwärmer geheißen und als Sonderling verspottet. Es ist fürsie schändlicher, arm zu sein, als boshaft; gefährlicher, ein zer-rissenes Kleid, als verdorbene Grundsätze zu haben.

Dieser Ton, dieser Geist, diese Buhlerei mit der Gemeinheitmacht selbst diejenigen irre, in denen noch lebendige Erkenntnißdes Bessern lebt. Das allgemeine Geschrei will die Stimmeder Wahrheit überlärmen in ihnen. Weil Alles wo anders hin-strömt, werden sie zweifelhaft, ob sie ans richtigem Wege gehe»,da sie so einsam sind. Und hören sie gleich alltäglich: was ZesusChristus gelebt und gethan, sei der Menschheit Vorbild, undgöttlich sein Thun und Leben gewesen, erblicken sie doch im Lebenund Thun der Menschheit alltäglich das schnöde Gegentheil vonAllem, was der Göttliche that und lehrte.

Nein, cs ist an der Zeit, daß sich auch die Edeln wieder er-heben, und wie Jesus Messias, wie die Jünger, wie die Heili-gen und Großen der Vorwelt, die ewige Wahrheit höher, alsdie Flittcrpracht der Lüge, das ewige Recht höher, als den Stolzder Gewalt, die ewige Tugend höher, als Ueppigkeit, Rangund Weihrauch feiler Schmeichler achten. Nicht wo der großeHaufe hintreibt, gefesselt und gezogen von der unreinen Leiden-schaft, sondern wohin Wahrheit und Religion und Gewissenwirken, da ist der Weg des Lebens. Nicht wie die Welt will,wie Gott will, ist es recht!

Wir wären beglückter, wären wir rechtschaffener; wir wärenrechtschaffener, wären wir muthiger, cs zu sein; wäre uns der