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3 (1853)
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gcschlechts kennen? Es gleicht einer Pflanze, deren Gipfel, derunsterbliche Geist, sich in den Himmel cmporstrcckcn soll, unddessen Wurzel, der Leib und sein irdisches Alles, in die Erdezu dringen bestimmt ist. Aber diese Gottespflanzc, in dem Gartender unendlichen Schöpfung, verkümmert in sich selber, und breitetnur wuchernde Wurzeln in die Erde aus. Was niedrig, gemein,was thierisch, was sinnlich ist, das ergötzt den großen Haufender Leute; dafür leben, dafür sterben sic. ES ist ein feiges Volk,das weder Much zur Tugend noch zum Laster hat. Es fürchtetnur, wie ein Sklave, die Geißel, darum meidet es das Böse,und hofft sich auf Erden und jenseits des Grabes gute Tage zubereiten, darum preiset cs das Gute. Da ist keine innige Liebever Tugend, da ist kein inniger Abscheu des Lasters. Nur Hangzum Gewinn, zum Wohlleben, zur Macht, zu einem flüchtigenRuhm des Namens, das ist der Hebel, welcher Alles bewegt undans der Todtenruhe hervorrcißt. Wie viele sind unter Tausenden,die für Recht und Wahrheit und Freiheit und Unschuld und hei-ligen Glauben freiwillig Vermögen, Menschenehre, Amtsstellenund das Leben selbst aufopfern möchten? Aber in Noch und Todgehen sic, um ihren Wohlstand zu retten; in alle Gefahren fürein Stückchen Gold oder eine Hoffnung zu Lobpreisungen vonIhresgleichen, und wagen ihr Leben daran, um bequemlich lebenzu können nach ihrem Sinn.

Sie schwanken zwischen Weisheit und Thorheit; sind nichtkalt, nicht warm; wollen Gott dienen und dem Mammon zu-gleich, nach ihren Lüsten leben und das schönste Loos der Ewig-keit zugleich fordern. Der Augenblick der Gegenwart ist ihrAbgott und ihr Gesetzgeber, und das Urthcil der blinden Mengeihre Richtschnur. Sic lassen ihre Kraft schlafen, ihr besseresGefühl verstummen, um sich nicht auszcichncn zu müssen, undmit dem großen Haufen den breiten ebenen Weg der Gemeinheit