Druckschrift 
3 (1853)
Seite
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Reiche kein Almosen dem, der es nicht verdient.Wehre der Bettelei durch wohlthätigc Anstalten und Einrichtun-gen, vermittelst derer auch der Verdicnstlose Arbeitsgelegenheitenempfängt. Ob du dein Gut in einen grundlosen Strom wirfst,oder in die Hand eines Faulen, beides ist gleich du beraubstden Staat, machst den Fleißigen ärmer und fütterst verborgeneLaster groß. Ungeheure Summen werden in Städten und Dör-fern jährlich mit Almosen verschwendet, die man den Bettlernhinauswirst. Zwar achtet die einzelne Haushaltung der einzelnenkleinen Gaben nicht; aber aus beständig fallenden Tropfen wer-den Quellen, aus Quellen Bäche und Ströme. Wo Almosen,aus unverständiger Barmherzigkeit, am freigebigsten gespendetwerden: da hört die Armuth nicht auf, sondern, die Erfahrunglehrt es, die Bettelei wächst.

Befördere in deiner Gemeinde Einrichtungen je-der nützlichen Beschäftigung der Armen, und wo dieseAnstalten mangeln, dringe, daß sie entstehen dies ist Almosen,das vor Gott gilt! Und vermagst du es nicht, so gehe undforsche du selbst von Hütte zu Hütte; belausche hilflose Familienin ihrem stillen Jammer; werde ihr Rathgebcr; verschaffe ihnenMittel, sich durch Arbeit zu nähren; wirb ihnen Freunde an,sei ihr Schutzengel in That und Rath. Dies ist Almosen, dasvor Gott gilt.

Die Frömmigkeit unserer Vorfahren stiftete hin und wiederreich begüterte Armenhäuser aber das übelgcleitete Mitleidenverwandelte dieselben leider nur zu oft in Pflcgchäuser der Faul-heit und Laster. Am gefahrvollsten wird die Luft derselben denunschuldigen, vcrwaiseten Kindern, welche darin wohnen. Sicverlassen nur zu oft das Haus der Barmherzigkeit körperlichwohlgenährt, an der Seele vergiftet. Nur zu oft sind die Zög-linge der Waisenhäuser die untauglichsten Glieder der bürgerlichen