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verzehrten, ohnmächtigen Mutter. Die Hcißgicr eilt hinaus undversucht ungesunde Kräuter und Wurzeln. Das Recht des Eigcn-thums verschwindet vor der Stärke der Verzweiflung. Die Bandeder Geselligkeit und Freundschaft lösen sich auf; denn Einer be-neidet den Andern um den letzten Bissen. Acltcrn und Kinderentzweien sich um eine Hand voll Speise, und der Knecht ver-läßt den hilflosen Herrn, der ihn nicht mehr nähren kann. BleicheGesichter begegnen sich auf den Gaffen, und hohle Augen fragensich einander: Kannst du mir geben? — Leichen neben Leichen wer-den vorübcrgetragcn, und glücklich gepriesen von den Lebenden,die ihrem Elende kein so nahes Ende sehen. Mörderische Seuchengehen von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, als Folgenverderblicher Nahrungsmittel. Aller Ekel wird überwunden, undDinge, vor denen die Natur des Menschen sonst schauderte, rei-zen wie köstliche Gerichte. Wer sich gesättigt hat, gilt für denBeglücktesten; wer aus Mangel an Speisen kraftlos daliegt, wirdnicht mehr beweint, denn die Andern erwartet kein anderes Loos!
Es gebe der Herbst mit freigebiger oder sparsamer Hand,immer steht er da, uns unsere Abhängigkeit von Gott zu ver-künden. Wir sind Nichts, wir haben Nichts ohne ihn; und nurdurch seine Güte allein Alles. — Wenn der Mensch sich seltendaran erinnern mag: der Herbst mahnt ihn daran! Es bebt derLandmann vor den Wetterwolken des Sommers, der Winzer vorden kühlen, nassen Tagen, in denen die Trauben reifen sollen.Jeder erwartet mit Besorgniß die Entscheidung des Herbstes —Wohlfeilheit oder Theurung gehen in dessen Gefolge.
Wir sind abhängig von Gott. — Jede Stunde, jeder Athcm-zug in derselben lehrt es uns. Was wären wir ohne Obhut derVorsehung? — Und doch geht der Mensch stolz einher, als wärenseine Aernten bloße Erfolge seiner gehabten Mühe, seiner ver-doppelten Kunst. Er brüstet sich mit seinem Ucbcrflnß, mit sei-