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Es wanken die Fruchtbäume unter der Bürde eines labenden,heilsamen Obstes; die Aeckcr senden ihre goldenen Aehren in dieScheunen, und die Wiesen füllen dieselben dem Vieh mit ge-sunden Kräutern; die Gartenfrüchte reifen in großer Mannig-faltigkeit schön und kräftig. Der Winter tritt aus der Ferneheran; unter seinem Hauche wird die Pflanzenwelt entschlum-mern. Aber furchtlos erwarten ihn die Geschöpfe — Gott hatgesorgt!
Und hätte Gott nicht gesorgt — hätte er cs in der geheimenHaushaltung der Wolken anders geleitet, daß Hitze und Dürreunsere Fluren versengt, Hagelschauer unsere Saaten zerschlagen,oder anhaltende Regen und Kälte die Früchte der Erde vernichtethätten; oder würde er dem Ungeziefer Gewalt gegeben haben,durch ungeheure Vermehrung die Aernten des menschlichen Fleißeszu zerstören; oder hätte er nur in der Luft eine unmerklichc Ent-ziehung derjenigen unbekannten Stoffe gestattet, durch welche diePflanzen Kraft und Gedeihen empfangen — was^ wären wirheute? Was hätte alle Mühe, alle Klugheit, alle SorgenderSterblichen genützt? — Was würde unsere Aernte sein? — DasSchrecken der Hungersnoth.
Denke dir einen Welttheil mit seinen vielen Millionen Be-wohnern ohne die erforderliche Nahrung bis zur Wiedererschei-nung eines bessern Herbstes. Denke dir, der du jetzt lüsternzwischen Leckerbissen wählen kannst, daß dir deine Hungerbissenzugewogen würden. Der Reiche wirft einen verächtlichen Blickauf die zusammengescharrtcn Goldhaufen; todt liegen die geprie-senen Schätze, denn sie sind ungenießbar. Der Arme schleichtverzweifelnd von Haus zu Haus; auch der Barmherzigste wirdin der allgemeinen Noih grausam, und weigert dem Sterbendendie wenige Nahrung, mit der er sich die Tage fristen will. DerSäugling verschmachtet wimmernd an der Brust einer gram-