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und fragtest: warum? o warum? und du das Geliebteste den-noch verlörest, und damit das Beste aus allen deinen Lebens-freuden ja, selbst da hat dein Gott gewaltet, dem Verstorbe-nen zu Liebe, und mag doch dein zärtliches, tiefverwundetesHerz bluten! auch dir zu Liebe!

Der innere Werth und die herzliche Religiosität der Menschenwird bei weitem nicht so leicht aus ihren Ansichten der Vergan-genheit und Gegenwart erkannt, als daraus, wie sic die Zukunftbetrachten. Man tröstet sich endlich wohl über das, was vor-über ist, und gewöhnt sich an das, was da ist: aber nicht sogleichgültig oder gelassen richtet man immer den Blick auf das,was kommt. Je mehr der Mensch Ursache hat, von der Zukunftzu befürchten, je geringer ist der Werth seines Herzens, oder jedürftiger ist seine Religiosität. Je fröhlicher und zuversichtlicherder Mensch in die Tage hinausblickt, die noch nicht waren: destoreiner ist sein Gcmüth, desto wahrer seine Religion.

Denn nur der schwache, sinnliche, an dem Irdischen hängendeMensch, nur der Mensch, dem sein Essen und Trinken, seinHaus-geräth, sein Geld, sein Ansehen, sein Stand das Wichtigste imLeben ist, muß vor der Zukunft am meisten zittern, weil erDinge zu seinem Heiligthum macht, die durchaus vergehen müssen.Er muß zittern, trotz allem Vertrauen zu Gott; denn er weißvoraus, Gott läßt ihm den Sinnentand nicht. Es sagt ihm seinGewissen, er hänge mehr am Staube, als am Ewigen undGöttlichen; mehr an dem Schein der Welt, als an der Tugend,die über das Irdische erhebt.

Hingegen der wahrhaft gottergebene Christ sicht fröhlich indie kommende Zeit hin. Sie hat ihn für keine geheimen Sündenzu züchtigen; er ist schuldlos, wenn gleich nicht fchlcrrcin. Waser Ungerechtes beging, suchte er ans der Stelle zu bessern. Erthat, was der Mensch vermag, was der Nachfolger Jesu soll.