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3 (1853)
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den ehrlosen Heuchler vor aller Welt an den Pranger stellen,oder dem entnervten Siechling auf frühem Sterbebette den Lohnder Geilheit reichen; wenn ein unbesonnen ausgestoßenes Wort,oder ein unverwischter Blutstropfen, oder das Plaudern einesKindes, oder eine Handvoll frischer Erde, oder ein treues Haus-thicr, oder ein Erblassen zur Unrechten Zeit, nach Zahr undTag, den Urheber eines Mordes, den heimlichen Giftmischer,den rachelustigcn Würger an die weltlichen Gerichte auslieferto nenne cs nicht Zufall; es ist Gottes Walten! Zedern ge-heimen Sünder kommt endlich ein Tag seines Gerichts; undwälzte er Berge über die Zeugen seines Vergehens, und hättennur die Nacht und die stummen Mauern und die Wälder seineFrevelthat gesehen die Berge verwehen wie Staub, und ent-blößen das Verborgene; die Steine der Mauern klagen ihn an;die Blätter des Waldes werden rauschende Zeugen, der Blitz-strahl fällt rächend vom blauen Himmel. Seid stille, sprichtder Herr, und erkennet, daß ich Gott bin!

Erkenne das Walten Gottes. Er allein ist der Herr, der denGebeugten aufrichten, den Zerschlagenen heilen, den Ohnmächtigenstärken, den Verzagenden trösten, den Wehrlosen schützen kann.Es waltet kein Zufall im Himmel und keiner auf Erden, sonderneine sehende, weise, liebende Macht; sie leitet Alles hinaus,nicht auf die Straßen des Ungefährs, sondern nach den ewigenGesetzen des Guten zum Guten. Laß immerhin die Menschenmit ihren Leidenschaften feindselig wider einander fahren; laßimmerhin durch Macht oder Witz eine Zeit lang den Jrrthumstatt der Wahrheit glänzen; laß immerhin die wilden Wünscheeiner unreinen, selbstsüchtigen Menge sich durchkreuzen: was zit-terst du denn, Klcinmüthigcr? Gott waltet.

Gott waltet! Darum muß endlich das Tiefverborgene offen-bar, das Verbrechen verrathen werden, und was schlecht ist, ver-