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nicht eine plötzliche Ueberzeugung von Gottes weiser Regierunggewinnen kann, weil es sich nicht sogleich alle Umstände gegen-wärtig machen kann, die von der höhern Weisheit göttlicher Rath-schlösse ihn einst belehren konnten, wird er irre und zweifelhaft.Er sieht nur den nahen drückenden Augenblick; nicht Zusammenhang,und Plan des ganzen Lebens. Er reißt die einzelne Begebenheit,wodurch es getrübt wird, aus der wunderbaren Kette von Mil-lionen anderer Ereignisse heraus. Und so ist dann kein Wunder,wenn dies schwache, im Betrachten göttlicher Weltregierungungeübte Gemüth das Einzelne für ein Ganzes, die Nebensachefür eine Hauptsache ansieht — wenn es sich und Alles für einSpiel des blinden, todtcn Ohngefährs hält.
Hätten wir in ruhigen Tagen, wo unsere Seele zu Betrach-tungen höherer Art fähiger war, der dunkeln Hand des ewigenWeltregierers im Leben und im Schicksale der Menschen fleißigernachgeforscht: so würden wir unserm Gemüthe eine Uebung, eineKraft erworben haben, die das größte Unglück nicht hätte er-schüttern können. — Hätten wir in mancher einsamen Stundeüber die seltsamen, 'frohen und traurigen Begebenheiten unserseigenen Lebenslaufes öfters nachgedacht, so würden wir mitfreudigem Erstaunen mehr als einmal bei uns ausgerufen habenSiehe, das war die Hand Gottes! — Wir würden gesehen haben,wie Manches, das uns ein unheilbares Unglück schien, die segen-vollsten Früchte für unser ganzes Leben, oder für das Heil derUnsrigen brachte. Wir würden erkannt haben, daß, wenn dieseroder jener von unfern heißesten Wünschen erfüllt worden wäre,wir auf unser gegenwärtiges Glück, auf unsere gegenwärtigeLage Verzicht thun müßten. Wir würden nicht läugncn können,daß Manches, wofür wir einst vergebens arbeiteten, rangen,beteten und weinten, endlich bei dem Gange der Dinge unserund Anderer Unglück geworden wäre. Wir würden eingestehcn,