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3 (1853)
Seite
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gebcns gehofft, ihre tausend Thränen vergebens geweint?Umsonst waren die innigen heißen Gebete der Einsamkeit, diesie sür ihres Kindes Genesung zum Himmel betete? Hicniede»also unsäglicher Gram, und von oben keine Erhörung? Düsterstarrt fle in die Nacht des Lebens hinaus, als suchte sie Hilfe,Erlösung und Gott. Und ihr Seufzer aus der beklemmten,zitternden Brust scheint den Himmel zu fragen: Ist eine Vor-sehung, warum verläßt fle mich?

Wenn die Fluthen der aufschwellendcn Ströme zahllose Fami-lien mit ihren Wohnungen hinwcgreißen, und in den Tiefen derGewässer begraben; wenn Erdbeben ganze Städte mit ihren Ein-wohnern, mit Gerechten und Sündern, verschütten; wenn, wievor wenigen Jahren in einem benachbarten Lande, Berghöhennicderstürzen, und ein ganzes Thal voll froher und glücklicherHirten, Männer, Weiber, Säuglinge, Greise, Fremdlinge undEinheimische in einem Augenblick vernichten und unter ungcheuermSchutt vergraben, daß keine Spur von Allem mehr gesehen wer-den mag: wer kann unerschrocken bleiben? Wer wirft nichteinen fragenden Blick auf die dunkeln Verhältnisse der ewigenVorsicht?

Ja, es kann Augenblicke und Stunden, cs kann Schmcrzens-wochen geben, die unfern ganzen Muth beugen. Es können inunserm ganzen Lebenslauf unglückliche Ereignisse zusammcntreffen,die selbst den Glauben und das Vertrauen des Christen erschüt-tern , mit dem er an der göttlichen Vorsehung hängt. Es sindoft Zeiten, in denen sich Alles in dem Leben gegen uns und unserGlück verschworen zu haben scheint; wo wir auf nichts mehr mitZuverlässigkeit rechnen können; wo unerwartete BegebenheitenZusammentreffen, die uns jede Stütze rauben. Es kommt unsin solchen schwarzen Stunden vor, als wären wir einsam in derWelt, als lebe kein Gott für uns, als seien wir mit unserm