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3 (1853)
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Raub der Flammen werde» mußte? Der gebeugte Vater,was Hot er denn verschuldet, daß sein ganzer Wohlstand ihm inwenigen Stunden entrissen werden mußte, woran er so unver-drossen, so mühsam sein ganzes Leben gearbeitet hatte? JeneNächte voller Sorgen, jene Tage voller Mühe, jene tausendSchweißtropfen, die er für das Wohl der Seinigen vergoß, derKummer und die Hoffnung eines langen Lebens das Alleswar umsonst? Was hat denn der arme Säugling gesündigt,der die einzige Freude und Liebe seiner Aeltcrn war, daß dieRaubsucht kriegerischer Schaaren ihn und die Seinigen in denIammerstand der tiefsten Armuth hinschleudertc; daß er künftigsein Leben hindurch mit Dürftigkeit ringen muß, und vielleichtkünftig, wenn ihm endlich seine Aeltcrn fehlen, wie ein Ver-stoßener von Hütte zu Hütte gehen soll, um fremden Beistandanzuflchen?-Wir schaudern, wir sehen diese beklagenswürdig-

sten Opfer, und fragen: Spielt der blinde, grausame Zufall mitden Menschenkindern, oder wacht eine höhere Vorsicht über uns?

An des kranken Kindes Sterbebette kniet eine trostlose Mut-ter. Der Liebling, den sie mit Schmerzen gebar, und mit zarterSorgfalt erzog, er liegt, einer welkenden Blume gleich, vorihr, und ihre besten Freuden in der Welt verwelken mit ihm.Sie Hebt die verweinten Augen flehend zum Himmel, und senktsic mit Sehnsucht wieder auf den duldenden Engel nieder. Sieküßt sein blasses Antlitz; zum letztenmal öffnet er die Augen undlächelt mit süßer Unschuld noch einmal die gute Mutter an; erstreckt noch einmal die kleine Hand der mütterlichen Hand ent-gegen, wie zu einem Abschiede. Ach, er verläßt das treue Mut-tcrherz so ungern! Aber Liebe wird von Liebe, und Herz vonHerz gerissen. Ohnmächtig finkt die Mutter über den entseeltenLeichnam ihres Lieblings hin. Also waren alle ihre Schmerzen,alle ihre Sorgen vergebens? alle ihre tausend Hoffnungen ver-