2l2
ihm und seinem Gcmüthc schadet, daß es, als Beispiel schlechterArt, Andern nachtheilig wird,— wer dies weiß, und fährt den-noch fort, mit ruchlosem Munde zu lästern, mit Andachtlostgkcitdas Heiligste anzurufen: ist der nicht Sünder? Kann er seinenLeichtsinn rechtfertigen, weil es Leichtsinn sei? Dies hießeeine Sünde damit entschuldigen, daß sie Sünde wäre.
Der unehrcrbietige Gebrauch heiliger Namen ist eine sträf-liche Lieblosigkeit gegen das allerheiligste Wesen.Wer kann cs dulden, daß der Name dessen entweiht werde, dener liebt? Wo ist ein gutes Kind, welches gleichgültig dabeibliebe, wenn man den Namen seiner guten Acltcrn mißbrauchte?Wo ist ein Liebender, dem cs gleichgültig wäre, den Namenseiner Braut oder Gattin bei allen, selbst bei den unanständig-sten Gelegenheiten ausrufen zu hören? — Wie? und sollten wirgelassen die allcrheiligsten Namen besudeln lassen durch unwür-dige Anwendung?
Wenn dich Jemand anredct, aber dir den Rücken wendet,deine Gegenwart kaum bemerken will, sich mit allen Nichtswür-digkeiten lieber beschäftigt, als mit dir, mit dem er sich unter-halten sollte: würdest du nicht dadurch überzeugt werden müssen,dieser Mensch verachte dich, ziehe dir das Schlechteste vor, undhabe für dich nie einen Funken der Liebe und Hochschätzung inseiner Brust genährt? — Wie? und wenn du Gottes des Aller-höchsten Namen anrufest, ohne an ihn nur denken zu mögen;wenn du zu ihm betest, ohne von ihm zu wissen; wenn du ihmrankest mit dem Munde, ohne dich im Herzen init ihm zu beschäf-tigen — sind dies geringere Beweise der größten Lieblosigkeitgegen deinen Schöpfer, deinen unaufhörlichen Wohlthäter?
Der unehrcrbietige Gebrauch heiliger Namen entehrt dasHerz des Menschen und seinen Verstand — nicht Gott!Nicht Gott entehrst du, Lästerer, der in sinnlosen Flüchen, Schwk-