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und Schwören oft mehr eine gedankenlose Gewohnheit, eine Folgeschlechtgenossencr Erziehung, als das Zeichen eines grundverdor-benen Herzens. -Das Fluchen und Schwören ist überhaupt schonder untrüglichste Beweis von aller Abwesenheit des Gefühls fürdas, was anständig, edel und recht ist; ja noch mehr, es ist einBeweis, daß der Mensch, welcher seine Aussagen mit so über-mäßigen, oft wahrhaft gotteslästerlichen Betheurungen verstärkt,von jeher viel Unwahrheit geredet haben und keinen Glaubenverdienen müsse. Denn von wem wir gewohnt find, Wahrheitzu hören,, dem glauben wir, auch wenn er seine Aussagen nichtjedesmal mit Fluch und Eid bekräftigt. Wer aber im Rufe desLügners steht, welchem nicht allezeit zu trauen sei, dem schenkenwir auch kein Vertrauen, und wenn er die schaudervollsten Flüchemit geläufiger Zunge hcrsagt, oder die Gottheit zum Zeugennimmt, da uns seine gedankenlosen Uebereilungen bekannt sind.
Die Rede des Christen, seine Versicherung, mit der er etwasbestätigt oder läugnet, sei die Rede jedes wahrhaften und vonder Rechtlichkeit seines Wortes überzeugten Mannes, ein ein-faches Ja oder Nein! Alles, was darüber ist, jeder Zusatz vonFluch oder Schwur, macht sein Wort und seine Redlichkeit nurverdächtig, und ist, wie schon Jesus sagt, vom Nebel. (Matth.5 , 37 .)
Ich sage euch, sprach Christus, ihr sollet allerdings nichtschwören, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl,noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel. (Matth. 5,34 . 35 .)
Der Mißbrauch göttlicher Namen im gemeinen Leben ist aller-dings tadelnswerth und sträflich, selbst wenn damit nicht immerein absichtlich böser Wille des Herzens verbunden wäre. Dennwenn Jemand weiß, daß das, was er thut, seiner und der Gott-heit unwürdig ist, wenn er weiß, daß es ihn entehrt, daß es