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Religion nur für ein abergläubiges Mährchen, den Pöbel damitzu schrecken; sie halten die Tugend nur sür etwas Ansi^^s.das vor den Angen der Welt beobachtet werden muß, aber i»der Stille ohne Schaden beseitigt werden kann. Sie sind ge-bildete, künstlich erzogene Halbthicre, die unter sich nur eine Erde,über sich keinen Himmel erblicken.

Nicht immer ist es Rohheit, Unwissenheit und alberner Aber-glauben, der zur Entweihung des Göttlichen verleitet. Nochweit öfter ist cs bloß der tadelnswürdigste Leichtsinn, welcherder Gottheit die schuldige: Ehrerbietung verweigert; Nach-ahmern gssucht, welche im Schwören und Fluchen und imMißbrauch der heiligsten Namen etwas Großes zu thun ver-meint.; Sclbstdünkul, welcher sich anszuzeichncn gedenkt,wenn er im Tempel oder beim häuslichen Gebete die größte Un-achtsamkeit zur Schau trägt; Gewohnheitsverdorben-heit, welche bei dem, was sie täglich thut, nur die Lippenwalten läßt, und mit den Gedanken umherflattert.

Alles dieses wirkt zur Verminderung der Ehrfurcht vor Gott,der Ehrfurcht vor Jesu Christo, und zum täglichen Mißbrauchheiliger Namen, die nie ohne ein heiliges Gefühl der Andachtund Dankbarkeit gesprochen werden sollten.

Ost ist das beständige Ausrufen des Namens Gottes oderJesu auch bei den unbedeutendsten Anlässen nur Beweis voneiner gewissen Armuth an Gedanken, wo etwas gesprochen wer-den soll, ohne daß man gleich etwas Schicklicheres weiß. Dieswird vielen Menschen, ohne daß sie dabei etwas Arges wollen,ohne daß sie damit Unrecht zu thun glauben, so zur Uebung,daß sic sich von dieser schändlichen und für die Religiosität sonachteiligen Gewohnheit nicht wieder befreien können, ohne dieangestrengteste Aufmerksamkeit auf ihre Reden zu haben.

Eben so ist der Mißbrauch des göttlichen Namens beim Fluchen