gefühls bleiben: dann hörst du, o Geist, dann verstehst du an-dere Stimmen, als diejenigen sind, welche ans dem Staube her-'verklingen; dann, o Geist in deiner göttlichen Natur, hörst dunicht mit Entsetzen vom Untergang der Völker, vom Untergangdeiner Erdengüter, von der Gefahr deines Leibes und Lebens,sondern über dem blutigen, grauenvollen Wcltgewühl die StimmeGottes, wie sie aus der heiligen Schrift redet: Seid stille,und erkennet, daß ich Gott bin! (Ps. 46, 11.)
Seid stille! Denn es ist nicht die Kunst der Menschen,nicht ihre Kraft, nicht ihre Klugheit, die das hcrvorgcbracht hat,was geschehen ist, und was noch im bevorstehenden, Jahre miteuch geschehen soll: es ist ein Anderer, es ist der Höchste, nachdessen Winken die Sternenwelten des Himmels ihre Bahnen, unddie kleinsten Gewürmer des Staubes ihre Wege suchen müssen.Er ist's, und es ist kein anderer Gott, als Gott!
Er waltet, er, immerdar uncrforschlich groß, weise, Allesumfassend! Kein Anderer waltet neben ihm in der Unendlichkeit.Du mögest nun furchtsam zittern, oder gelassen seine Verhäng-nisse erwarten und empfangen; du mögest wegen fchlgeschlagenerWünsche trauern, oder getröstet bleiben; du mögest um das, wasvergangen ist, und das, was noch erscheinen will, verzweifelnoder frohen Sinnes sein: cs ist vergebens. Deine Thränen nndSorgen, dein Jauchzen und Frohlocken ändern nichts in der ewigenWcltregierung. Es geschieht sein Wille, ob ihn der Sterblicheerkenne oder nicht, preise oder beklage. Ein goldener Thron,oder ein Hänflein, von Ameisen zusammengeschleppt, was geltensic im Blick des Allerhöchsten mehr, denn Staub, aus welchemsie durch Menschen und Ameisen gemacht wurden? Da nun.Sterblicher, deine Furcht nichts retten, deine Angst nichts ändernkann: warum zitterst du vor dem, was den Völkern, was demBaterlande, was deinem eigenen Hause, was selbst deinem Leibe