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ehe sie da ist, find schon von der Gefahr überwunden und ent-kräftet, ehe der wirkliche Kampf mit ihr beginnt. Sie gleichenKriegern, die aus Furcht vor der Möglichkeit eines nahen Strei-tes sich weder mit Nahrung noch Schlummer stärken können, undschon erkrankt und besiegt dalicgcn, che der Feind hcranzieht.

Dies ist nicht der Muth des Weisen, mit welchem er sich zumEmpfang bevorstehender Schicksale rüsten soll.

Wo aber soll ich den cdcln Muth finden, der mich in denbedenklichsten Umständen aufrecht halten kann?

Du findest ihn nicht in deinem Fleisch und Blut, in deinemIrdischen, in deinen angenehmen Erwartungen, oder an der Ge-wöhnung , das Schlimmste zu befürchten. Der wahre Muth mußeine Sache deiner selbst, das heißt, deines Geistes sein. Dumußt dich überzeugen können, daß derjenige noch nichts verlorenhat, der sich selbst nicht verliert. Dn mußt dich überzeugen,daß dein Geist Alles, und alles Irdische, was dir gegeben ist,dein Amt, dein Einkommen, dein Vermögen, dein Ansehen vorden Menschen, deine Bequemlichkeiten Nichts sind. Du mußtdich überzeugen, daß die Ruhe deines Geistes eigentlich dasist, was du Glück nennst, was du mit so vieler Mühe suchstund weder im Gelbe, noch in den Ehrenstellen, noch in äußer-lichen Vorzügen findest. Kannst du nicht glücklich sein, du stehesthoch oder niedrig, arm oder reich, gepriesen oder verkannt, sobist du noch nie glücklich gewesen, so wirst du es niemals wer-den; so bist du würdig, unglücklich zu sein, auf daß du endlichlernest, dich zu dir selbst zu erheben.

Hast du aber das Ziel erreicht, hast du dich selbst gefmwcn;fühlst du, daß deine Stelle schon auf Erde» in der Geistcrweltist, nicht in der vom Spiel des Staubes abhängigen Thierwelt;kannst du in gänzlicher Verarmung voll heitern Bewußtseins,auch unter Verachtung vom großen Haufen voll edeln Selbst-