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3 (1853)
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Gewöhnliche Menschen, die, ohne Herrschaft über sich selber,im Sturm der Zeiten dastehcn und nur so handeln, wie es ihneneben im Augenblick bcifallen will, folglich ohne höhern Plan,ohne jene erhabene Besonnenheit des ächten Weisen, pflegen sichnuf zwei ganz entgegengesetzte Arten den fehlenden Muth zuerkünsteln. Denn des Muthcs in so schicksalvollen Zeitläuftenhaben fie vonnöthen; das fühlen sie täglich.

Die Einen, weil ihr Temperament dazu geneigt macht,wollen sich wegen dessen, was da kommen soll, nicht härmen;täuschen sich selbst mit schönen Erwartungen; glauben an dasErscheinen der unwahrscheinlichsten Zufälle, die aller Noth einEnde machen sollen; mögen nicht sehen, nicht glauben, was vorihren Augen liegt; legen Alles anders und vortheilhafter aus,als es ist; leben nach wie vor einen guten Tag, und berauschengleichsam mit Träumereien, die nie erfüllt werden können, ihrengesunden Menschenverstand. Sie gleichen Seefahrern, deren Schiffim wilden Sturm über Untiefen schwankt, welche Vernichtungdrohen, und die, um solche Gefahr nicht zu sehen, sich mit gei-stigen Getränken betäuben. Unvorbereitet aus die Schläge desSchicksals, werden sie nachher desto härter von denselben über-fallen. Ihre Heiterkeit verwandelt sich dann um so schneller indumpfes Verzweifeln. Ihr werdet fie am Tage des Unglücks umio gebeugter erblicken, je trotziger vorher ihr lachender Leichtsinnstand.

Die Andern, vielleicht von Natur zaghaft, halten es fürklüger, immer von den Verhängnissen der Zukunft das Schlimmstezu erwarten. In den unbedeutendsten Zufällen erkennen sie schonVorboten irgend eines Uebels. Sie quälen sich immerdar mitbangen Vermuthungcu; hören gleichgültige Nachrichten mit Arg-wohn, frohe Botschaften mit Unglauben, böse Gerüchte mit Leicht-gläubigkeit. Personen von dieser Denkart leiden schon alle N oth