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JAic bange pochen Millionen Herzen! Furcht und Hoffnungbewegen sie. Wenige mögen in die Vergangenheit zurückblicken,die Meisten starren in die Zukunft hinaus, forschend, horchend,sorgenvoll, betrübt. Was bringt uns das neu beginnende Jahr?oder vielmehr, was wird es uns noch nehmen? Was wird ausuns nach abermals zwölf Monden geworden sein? was aus un-fern Familien? Haben wir die schwersten Schicksale des Lebensschon überstandcn, oder stehen sic uns noch bevor? — Wie Mancherwürde sich nicht eben jetzt das Vermögen wünschen, einen HellenBlick in die Verborgenheit der nahen unbekannten Zeiten zu thun!Wen sollen wir fragen? — Stumm ist die Zukunft. Gott ver-hüllt ihr Antlitz.
Der Leidende, schon muthlos durch frühere Unfälle, zittertvor noch größern. — Der Glückliche, welcher die Erfüllungmancher Hoffnung schon nahe vor sich liegen sieht, erschrickt beidem Gedanken, daß ein unerwarteter Zufall ihm alle Luftschlösser,die er sich gemacht, gänzlich zerstören könne.
Ach, wie verzeihlich find des Menschen Besorgnisse! — Sollenwir aber deswegen in Angst und Verzagtheit untergehen vor derZeit? — Nem, wir sollen nur als weise Mensche» uns mitMuth gegen Alles waffnen, was da geschehen könne.Wahrer Muth ist aber nicht jener Leichtsinn, der, ohne der Ge-fahr ins finstre Auge zu sehen, ihr cntgcgcnscherzt und sich vonihr unvorbereitet überraschen läßt; wahrer Muth ist auch nichtjene an Allem verzagende Verzweiflung, die sich blindlings, ohneHoffnung und ohne Vorsicht, in die Noch hineinstürzt: sondernder Muth des Weisen besteht in der Furchtlosigkeit, welche ausder Ucberzeugung entsteht, daß auch das Schrecklichste nicht un-überwindlich sei; in Unerschrockenheit, weil man die Mittel undWege kennt, mit denen die Gefahren, wenn sie herannahen, zubeseitigen sind, daß sie uns nicht ganz verschlingen.