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3 (1853)
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Eine andere Schwierigkeit, Religion und Religiosität, oderdas Gottesrcich auf Erden, zu verbreiten, liegt in dem rechtenBekcnntniß Zesu selbst. Denn die Artikel des Glaubens im Ge-dächtnisse haben und aussprcchen, oder sic Andern erklären, isteine leichte Sache. Der Jüngling, wenn er die hohen Schulenverläßt, und den Lehrstuhl besteigt in christlichen Tempeln, kannes auch. Aber noch ist er so wenig der wahre Jünger und BoteJesu, als der betagtere Geistliche und Seclenhirt, welcher seinehrwürdiges Amt um des Brodes willen, wie ein Handwerk,betreibt, die Pflichten vollstreckt, für welche er Bezahlung em-pfängt, und sich im klebrigen weder um die Besserung der Ge--müthcr und Veredlung der Sitten, noch um die hellere Vcr-standescrleuchtung seiner ihm Anvcrtrauten weiter bekümmert.Sie bekennen den Herrn nur mit dem Munde; aber in ihrenHerzen wohnt Habsucht, Eitelkeit, Eigennutz, Stolz und Wider-spruch alles dessen, was ihre Lippen verkünden. Wenn sie denäußern Anstand beobachten, nicht groben Lastern öffentlich huldigen,sich von gewissen öffentlichen Lustbarkeiten, die an sich sehr un-schuldig sein können, zurückziehcn, glauben sie ihrer Pflicht einGenüge gethan zu haben. Aber anständige Sitten sind noch keinChristenthum, und bloße Klugheit ist noch keine Religion. Diesesoll nicht bloß mit dem Wort, sondern mit der That bekennetwerden; du sollst deinen Gott lieben von ganzem Herzen,von ganzer Seele, und deinen Nächsten wie dich selbst.Dies ist die Hanptsumme der Gebote Jesu; dies das wahreChristenthnm, wie cs im Leben offenbar werden soll! Um dasGottesrcich unter den Menschen zu verbreiten, mußt du es erstin dir selber gegründet haben; um Andere für Jcsum zu gewinnen,zeige ihnen selbst erst die Früchte deines Glaubens an ihn.Gehe hin, verläugne dich selbst, überwinde deine Leidenschaften,deine Lieblingsfehler dann hast du den furchtbaren Feind be-