Druckschrift 
3 (1853)
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

- IM -

siegt, der dir wehren wollte, gleich Jesu und den Aposteln dasReich der Gottheit auszubreitcn!

O Christ, o Mitstreiter Christi! wenn es denn deinem Herzenheilige Pflicht ist, das, was du für wahr, gut und beseligendhältst, unter den Menschen allgemeiner zu machen, warum wankstdu, dieser Pflicht ein Genüge zu leisten? Dn bewunderst denMuth der Apostel, den Muth jener frommen Männer, die sichin die Wüsten roher Völker wagten, um der Religion Jesu neueBekenner zn erwerben: warum folgtest du ihnen nicht? Es istnicht nöthig, daß du deine Heimath, deine Angehörigen ver-lassest, daß du über Weltmeere schiffest und unter Nationen, dienie den Namen Christi hörten, seine Lehre tragest; sieh um dichher, unter deinen Mitbürgern sich umher, und du wirst das gleichverdienstliche Werk zu thun Gelegenheit genug finden. Siehe dortden rohen Haufen des gemeinen Volkes, welches mit verfinster-tem Verstände, verwahrloset im Jngcndunterricht, zu den Kirchenhineilt, um äußere Zeremonien mitzumachen, und dann sich allenHingebungen seines Aberglaubens, seiner Vorurtheile, seiner thie-rischen Begierden überläßt! Siehe hier den gemeinen Haufender Halbgebildeten, die eine Aufklärung des Verstandes zu habenmeinen, die Kirche verachten, über Religion lächeln, das Hörenund Lesen religiöser Schriften langweilig finden, im klebrigenaber in bloßer Klugheit ihr Heil, in schlauer Benutzung derZeitumstände ihre höhere Lebensweisheit finden, zur Gottheit soselten, als Thicre zum Himmel, aufblickcn, und sich jedes Lastergestatten, das Geist, Herz und Leib vergiftet, wenn sie damitnur nicht gegen bürgerliche Ordnung anstoßen; in denen keineAhnung von dem Höher» in der Welt, von der Würde, Kraftund Bestimmung ihres Geistes, ist; die von ihrer Gelehrsamkeitoder Aufklärung nichts, als die Dornen des Zweifelns behaltenhaben, weil sie auf halbem Wege stehen blieben! Hier ist