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sein Kind liebt, ihm diejenigen Kenntnisse zn geben, wodurch eSihm ähnlich wird, wodurch es dereinst unabhängig werden, An-sehen, Ehre, Wohlstand und Freundschaft der Mitbürger gewin-nen kann! Wie gern sucht die Mutter ihrem geliebten Kindediejenigen angenehmen äußerlichen Eigenschaften der Anständig-keit, Höflichkeit und Gefälligkeit beizubringen, wodurch es liebens-würdiger in den Augen der Welt wird! — Wie hier die Liebe,soll fie in jeder Brust für das Glück der Brüder leben und wirken.
Ohnehin ist diese Pflicht so leicht! — Treibt nicht Jeglichenschon seine eigene Neigung an, das, was er für wahr, gut undnützlich hält, Andern bekannt zu machen? Wie eifrig sind diemeisten Menschen, wenn sie im Besitz irgend einer Wahrheit zusein glauben, solche zu behaupten, zu vertheidigen,' allgemeinanzuempfehlcn! Und geschieht es auch nicht immer aus Men-schenliebe, so geschieht es um des großen Vergnügens willen,welches man empfindet, mit seinen bessern Ucbcrzeugungen in derWelt nicht einsam zu stehen, sondern Genossen und Mitbekennerderselben zu haben.
Was wir nun schon für einzelne Meinungen willig und un-aufgefordert thun: sollten wir es weniger für dasjenige thun,was das Glück unsers Herzens, den Trost unsers Lebens, dieHoffnung in unserm Tode macht?
Freilich, das Gottcsreich, nämlich Religion und religiösenSinn, zu verbreiten, ist nicht so leicht, als Verfechter irgendeiner andern Meinung zu sein. Aber die größere Schwierigkeit,welche damit verknüpft sein mag, vermindert darum unsere Pflichtnicht, sondern soll vielmehr nnsern Eifer für solch ein göttlichesUnternehmen anfachen. Daran erkennt man die Kraft edlerMenschen, daß obwaltende Hindernisse sie mehr reizen, als zurück-schrecken , das gute Werk zu vollenden. Hatten die ersten JüngerJesu zur Ausbreitung des weltbeseligcnden Glaubens weniger