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3 (1853)
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rügen hatte er die wichtigsten Wahrheiten, die herzlichsten Er-mahnungen aufbewahrt. Er redete wie ein sterbender Vater,aber mit dem freudigen Muthe des Weisen, des Gottgeweihten,dem nicht unbekannt ist, daß der Tod auf Erden keine wahreTrennung von unfern Lieben ist.

Möchte auch ich einst, wie Jesus bei seinem letzten Nacht-mahl, zu den Meinigcn mit freudigem Gemiith in dem Augen-blick des nahen Todes reden können! Nur der kann es ganzso, der wie Jesus unbescholten gewandelt hat, der um seine Ver-gangenheit nicht erröthen darf, und. der Ewigkeit nur mit Hoff-nungen entgegcntritt. Die wichtigste unserer Lebensstunden istimmer die letzte; sie ertheilt uns endlich die Siegerpalme oderdie schmachvolle Dornenkrone. O, was muß ich thun, daß diewichtigste Stunde meiner Erdentage auch die heiterste werde?Thun, wie JesuS gethan hat; ganz Liebe sein gegen das Men-schengeschlecht; ganz aufopfern meine wilden Triebe, meine Eitel-keit, meine Habsucht, meinen unreinen Willen.

Selbst den, der ihn verrathen wollte, kannte Jesus. Derunglückliche Judas, von schwarzer Leidenschaft verführt, saß mit-ten im Kreise der Jünger, und genoß mit ihnen noch das Brodaus den Händen seines Wohlthäters, während er im Begriffstand, die verruchteste aller Thaten zu vollenden. Jesus kannteihn, und dennoch verstieß er ihn nicht; Jesus nannte ihn, unddennoch zürnte er ihm nicht. Keiner von allen Anwesenden konntedie Möglichkeit der Ungeheuern That denken, den geliebten Freundund Vater zu verrathen.Wer wäre auch unter uns, der dasthun würde?" fragten Alle unter einander erschrocken.

Judas, von seinem Gewissen gefoltert und doch zitternd, er-kannt und aus der Mitte seiner bisherigen Freunde verstoßen zuwerden, als der Abschaum des Menschengeschlechts, erhob sich,und ließ Frechheit an die Stelle der entflohenen Unschuld treten.

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