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So spricht ein sterbender Vater zn seinen Kindern, die ihnnoch kaum begreifen. Er bereitet sie auf die große Trennungvor; er gibt ihren Seelen mit dem Trost zugleich die Hoffnungdes Wiedersehens.
Alle umgaben ihn mit schwermiithigem Nachdenken. Ach, siehielten es für keine Möglichkeit, daß ihnen der Vater, derFreund, der Lehrer, der Beschirmer durch menschliche Gewaltentrissen werden könnte. „Herr, warum kann ich Dir diesmalnicht folgen?" rief der feurige Petrus: „Ich will mein Lebenfür Dich lassen!"
Aber was Petrus gelobte, wie schlecht hielt er es, als nundie Stunde seiner Prüfung kam! Wie genau kannte Jesus dasunbeständige, doch edle Herz dieses Jüngers! „Wahrlich, wahr-lich, ich sage dir," antwortete ihm Jesus, „der Hahn wird nichtzweimal krähen, bis du mich dreimal habest vcrläugnet!"
O, wie oft gedachte ich schon: Nein, ich würde Jesum nieverläugnct haben; ich würde, wäre ich, wie Petrus, der Jüngerdes Heiligen gewesen, Gefahr und Tod mit ihm gethcilt haben.Aber eben so oft erinnerte ich mich meiner eigenen Prüfungs-stundcn, und wie ich da meiner heiligsten Gelübde uneingedenkwar, und von Furcht oder Haß oder unreinen Begierden hinge-rissen aufhörte, Jesu treu zu sein! Dreimal verläugncte Petrusseinen Herrn; aber unzählig sind^die Stunden, da ich meinenHeiland mit dem Herzen verläugncte, während ich frech genugwar, ihn mit den Lippen zu bekennen.
Allgemeine Betrübniß herrschte unter den Jüngern beim letz-ten Nachtmahl. „Dieweil ich solches zn euch geredet habe, isteuer Herz voll Trauerns worden," sprach der Messias: „aber csist gut, daß ich hingehc!" Und so ertheilte er ihnen seine letztenBefehle, seinen letzten Willen, wie sie sich nach seinem Tode be-tragen sollten. Für diese feierliche Abschiedsstunde von den Sei-