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griffen, hinwegschleppten; da er vor dem Richter stand, er, derdie Welt zu richten hat; da schaudernd seine Anhänger entflohen,seine Freunde ihn verlängncten; da der Erhabenste, der Heiligsteein Spott des Pöbels ward!
Oder soll ich dem unschuldig Verurtheilten Nachfolgen aufdem schmerzenreichcn Wege zum Tode; ihn sehen, wie er, bluti-gen Hauptes, verwundet und zerschlagen, sein Kreuz zum Richt-platz zog? Ihn suchen auf der Schädclstätte, am Kreuze schwe-bend zwischen Misscthätcrn, wie er da bange und wehmüthig denBlick zum dunkeln Himmel richtet, wie er mit sterbendem Mundestammelt: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich ver-lassen? Oder ihn beobachten, wie er nun erblassend das Hauptneigt, und in des Lebens letztem Augenblick die Neige seinerKraft noch zu einem Gebete für seine Feinde sammelt?
Jede Leidensstunde des Messias ist mir lehrend und Heilung.Aber eine vor allen andern bewegt mich am tiefsten. Es ist dieStunde, da er noch einmal im Kreise seiner geliebten Jüngerfast, am Abend vor der unglückseligsten Nacht; die Stunde, daer sie auf sein Scheiden vorbereitete und das Gcdächtniß seinesLeidens und Todes stiftete.
Es war wohl ein feierlicher Augenblick, als Jesus sich zumletztenmal von denen umringt sah, die seine Lieblinge und Ver-trauten waren. Er sprach nun deutlicher von seinem nahen Hin-gang zum Vater; aber sic verstanden ihn doch nicht. Nur einemEinzigen unter ihnen pochte das verbrecherische Herz.
Und als die Zwölf am Tische umhcrsaßcn, das Osterlammmit ihm zu genießen, übermannte ihn die Erinnerung an das,was er der Welt gethan, und an das, was er ihr noch leistenwollte. Er gedachte des schmerzlichen Scheidens von seinen Freun-den, und rief: „Des Menschen Sohn gehet hin, wie es beschlos-sen ist! Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten!"