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Von der andern Seite aber findet gleiches Nebel wohl ebenso oft in den wohlhabenden und selbst gcbildetern Ständen desVolkes statt, wenn entweder junge Leute zwar zur Achtung fürdie bürgerliche Ordnung ungehalten, aber ohne religiösen Sinngelassen werden; oder wenn fie bei mangelhafter Rcligionskundcspäterhin aufgeklärt sein möchten, Viellescrci treiben, grübeln,zweifeln, und zuletzt im höchsten Licht ihrer Aufklärung nichtmehr wissen, was fie für wahr halten sollen. Anfangs fühlensie sich durch die vermeinte Kühnheit und Höhe ihres Geistes sehrgeschmeichelt; Gottesglauben, Christusfinn und Frömmigkeit fürVorurtheilc der Alten anzusehcn, thut ihnen wohl; besondersweil fie sich dann wegen Stillung jedes unerlaubten Gelüstesgar keine weitern Vorwürfe zu machen, und allenfalls außer derbi-rgerlichen Obrigkeit und dem Urtheile der Mitbürger keinenhöhern Richter zu fürchten haben. Endlich hören sie auf zu zwei-feln; halten nun ihre oberflächlichen Vcrmuthungen für wahrund ausgemacht, Jesum Christum für einen Schwärmer oderWelttäuschcr, die Gottheit für ein todtes, sich selbst unbewußtesNaturgesetz, die Ewigkeit für Kindermährchen. Diese Vorstel-lungsart wird ihnen ganz zur Gewohnheit, und durch Gewohnheitzum Bedürfniß. Lachenden Muthes erlauben sie sich jede Nieder-trächtigkeit, welche die weltliche Rechtspflege nicht zu bcurtheilcnhat, oder vor der Welt verborgen gehalten werden kann. Sicsind jenen bedauernswürdigen Landstreichern in geistiger Hinsichtvollkommen ähnlich; verkrüppelte Wesen, Halbthierc in Menschen-gestalt; und wenn auch nicht Straßenräubcr, doch Landesverräther,Meineidige, Betrüger, falsche Spieler; ohne Mörder zu sein,doch Giftmischer, Verführer der Unschuld, Zerstörer manchesFamilienfriedcns; ohne Diebe zu sein, doch bestechliche Beamten,Unterschlager «„vertrauter Gelder, Waaren- und Schriftenverfäl-