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3 (1853)
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früh einen unnatürlichen Hang zur Wollust, zur Selbstschändnng;Andere eine unüberwindliche Neigung zur tückischen Schadenfreude,und hatten nur dafür allein Klugheit, zu allem Andern warensie wenig aufgelegt; Andere hatten eine unabänderliche Lust zudiebischem Wesen; Andere den entschiedensten Widerwillen gegendas Menschlich-Edle, Schöne, Rührende; dagegen war ihnenalles Ekelhafte, Gemeine, Kothige gefällig; sie mochten nichtaufwärts, sondern niederwärts, zum Viehischen in den Staub.Was sollen wir dazu sagen? Wir schaudern vor den verborgenenAbfichten der Vorsehung, und preisen uns glücklich, neben diesengeistigen Mißgeburten und Verkrüppelungen Menschen und Wesenerhabenerer Natur zu scheu.

Fälle solcher Art, gcborne Ungeheuer in menschlicher Gestalt,gehören jedoch zu den seltener». Häufiger sind die Verkrüppe-lungen des Geistes durch schlechte Erziehung, Verwahrlosung,und wieder durch Ueberbildung, durch Ucberaufklärung und dar-aus entstehende Thicrwerdung Lei allen Vortheilcn des Verstandes.Denn so wie man Beispiele genug hat, daß unnatürliche Aclternden Leib ihrer eigenen Kinder künstlich verunstaltet und verkrüp-pelt, oder Schwärmer ihren Körper wohl selbst verstümmelt haben,oder wie der Leib durch anhaltende Gewohnheit einer gewissenBcschäftigungs- und Lebensart eine nicht mehr ausznrottendeVerzerrung und Entstclltheit annimmt: so ist es auch mit demGeist. Leute, die bei einiger Nervenschwäche von irgend einerLeidenschaft beherrscht sind, und immer nur an Eins, an denWunsch ihrer Leidenschaft denken, und ihr ganzes Vorstellungs-Vermögen darauf hinziehcn; die sich durch nichts zerstreuen lassen:machen diesen einzigen Gedanken endlich so ganz zum Mittelpunktihrer Vorstellungen, so sich zur Gewohnheit, daß sie sich desselbennie wieder erwehren können, ihn nicht mehr für Träumerei,sondern schon für wirkliche Sache halten, und Diejenigen ver-