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Eigennutz statt Gemeinnützigkeit, Zwietracht statt Liebe, Ueppig-keit und Wohlleben statt Sclbstvcrlängnnng übte.
Wie inr Großen, bewies sich der Werth der Religion undFrömmigkeit auch im Kleinsten. Die Tugendhaftesten der Menschenwaren und'sind noch heute die Geliebtesten, die Glücklichsten.Habe Einer Klugheit, wie er wolle, aber kein redliches Gemüth,er wird verachtet, gemieden; Niemand traut ihm. Er wird, somächtig, so reich er auch sei, sinken; mit Ränken sich wohl auf-schwingcn, aber nur, um früher oder später tiefer zu stürzen,oder vielleicht erst über seinem Grabe'für seine NachkommenFluch und Unscgen zn sammeln. Er wird, betrage er sich auchnach bürgerlichen Gesetzen so redlich als er wolle, und hat erdaneben ein unreines, gottvergessenes Herz, in ewigem Zwiespaltmit sich selbst, in ewiger Angst bei seinen heimlichen Verirrun-gen sein; viel Mühe haben, um gut zu scheinen, und doch ent-larvt werden zu seiner Zeit. Er ist unglücklich, weil er imWiderspruch mit der göttlichen Weltordnung, im Widerspruchmit seinen bessern Ueberzeugungen und seiner inner» Natur lebt,und durch gemeine Klugheit die Wirkungen der Religiosität,mit dem bloßen Schein das wirkliche Wesen, nnd die rechte Ge-sundheit mit einem geschminkten Angesicht ersetzen zu können wähnt.
Alltäglich lehrt die Erfahrung, daß ohne Religiosität desGemüths kein Sterblicher sicher ist, in die gröbsten Vergehungenzu geraihcn; daß die Laster endlich zur Zerstörung nicht nurunsers äußern Glücks, sondern der körperlichen Gesundheit, zuröffentlichen Schmach, zum Kerker, zum Richtplatz führen.
Ein großer Theil der Menschen ist in der That nur schwach.Er will besser werden, und scheut den Kampf mit seinen gott-losen Begierden, mit seinem heimlichen Verdcrbniß. Er bereutseine innere Schlechtigkeit, und verschiebt seine Besserung aufbequemere Zeit. Er weiß es, daß er auf die gewohnte Art nicht