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3 (1853)
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lassen. Es ist ein ewiges Schmachten nach einem bessern Zu-stande, ein unaufhörlicher innerer Krieg ihrer Gefühle. Siewerden nie ruhig, nie harmlos, und mitten in der Wollust er-schreckt sie plötzlich das Gespenst eines längst vergessen geglaubtenVerbrechens. O, laß dich nicht täuschen durch ihr ewiges Lächeln,welches sie zur Schau tragen; nicht täuschen durch ihre scherzendenEinfälle, womit sie deinen Glauben irre machen; nicht täuschendurch ihre eigenen Lobreden auf das, was sie haben, was siesind. Könntest du sie sehen in ihrer tiefsten Einsamkeit, wie daihr Antlitz anders gestaltet ist, und statt des Lächelns der Ver-druß, der Mißmnth, die Sorge, oft die erschlaffende Ver-zweiflung aus ihren Geberden spricht; könntest du sie sehen, wennmit riesenhafter Gewalt sich der Gedanke des Todes ihrem beben-den Geiste kund thut, und die Möglichkeit einer Ewigkeit, einerVergeltung, eines Richters über den Sternen hell wird; könntestdu sie sehen, wie sie dann hilflos, ungebildet und verzagend nacheinem bessern Loose greifen, und nun schnell durch Wohlthatcnan Arme, durch Fasten, Beten, Kasteien, Kirchengehen den Him-mel versöhnen wollen, den sie nicht kennen! Die Unglücklichen,sie find so tief gesunken, daß sie sich einbilden, das allererhabensteWesen mit äußern: Schein, mit hingeworfenen Almosen, mitangstvoll hergcstammeltcn Gebeten zu bestechen. Nein, ach nein,Gott hat sie nicht zum Elend verdammt; sie selbst haben ihrenGeiste zum Abgrund verdammt, als sic, von thierischer, irdischerLust verschlungen, ihn durch Tugend zu veredeln damals unter-ließen, als noch die Zeit war.

Zst das der Triumph des Bösen? Zst das die Straflosigkeitdes Sünders? Sollte ich ihn darum beneiden, oder an der Ge-rechtigkeit des Allgerechtcn verzweifeln?

O nein, wer fleischlich säet, der ärntet fleischlich. Wer imGeist aussäet, der ärntet mit dem Geiste, spricht Dein heiligesIII. 5