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beglückte Verbrecher lächelt, und spricht voll Hohns: DiesesTrostes bedarf ich nicht; gern will ich ihn demjenigen lassen, derihn nöthig hat.
Wo bin ich? Welche Versuchungen meiner eigenen Stand-haftigkeit im Guten! Welche schwere Prüfungen meines Glau-bens an Vorsehung und Vergeltung und an den Werth der Tu-gend! Welche Widersprüche zwischen meinen innigsten und hei-ligsten Uebcrzeugungcn und meinen Erfahrungen in diesem Leben!
Sind wir nur hier, des Sünders Triumphe anzustauncn, undden Edeln zu bemitleiden, dem seine GcisteSgaben zum Verbrechengereichen; den seine Rechtschaffenheit zum Elende des Bettelstabesführt; den seine Keuschheit zum Gespött der frevelnden sittenlosenMenge macht; den seine Treue gegen Gott und Vaterland in dieVerbannung verstößt; den seine Wahrheitsliebe in den Kerkerschleppt; den seine Unschuld zum Blutgrrüste hinaufführt?
Oder hat die Geschichte der Vorwelt, hat die Geschichte un-serer Zeit nicht Beispiele genug von diesen harten Widersprüchendarzulegen?
Ich will mich beruhigen. Ernst will ich über die Ziele derTugend und des Lasters Nachdenken. Ich wirde in diesem Irr-garten einen Ausweg finden; werde meine Zweifel auflöscn kön-nen, die mich jetzt verwirren. Es ist nicht möglich, daß dieTugend unterliege, wiewohl sic oft der Bosheit zum Spott dient;cs ist nicht möglich, daß das Laster siegreich trirmphire, wiewohles oft bis zum Ende seiner Laufbahn vergöttert wird. Nichtmöglich ist es, oder alle Weisheit wäre Wahnsinn, alle ReligionJrrthum, und der Allergerechtestc, den uns Jesus offenbarte,nicht gerecht.
Und was ist denn der Zweck aller Tugend? — Was ist Tu-gend selbst?
Tugend nach Jesu Sinn ist eine Heiligung meines Geistes