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recht Gut gedeihet nicht! Aber doch gedeihet es, wenn auch nichtimmer, zuweilen sehr wohl. ES scheint nur dem mißlingen zusollen, der nicht eben so klug und schlau, als lasterhaft ist. Oftsind die bösen Folgen weniger die Wirkungen des Verbrechensselbst, als vielmehr einer unterlassenen Vorsichtigkeit des Ver-brechers gewesen.

Wie ganz anders steht gegen den glücklichen Räuber fremdenGutes oft der ehrliche Mann! Er ist sparsam und thätig, aberdennoch bleibt er nicht selten arm und wenig geachtet. Manhilft ihm nicht, weil er nichts hat, weil er keine Gegendiensteleisten kann. Denn leider ist meistens das menschliche Erbarmeneine listig rechnende Selbstsucht, welches da hilft, wo es zurGegcnhilfc Hoffnung hat, und sich da hartherzig entfernt, wonichts mehr zu gewinnen ist. Warum hat die Tugend keinenWerth? Warum darbt der Rechtschaffene? Warum wird dasVerdienst nicht ohne Rücksicht ans Geschlecht, Stand, Herkommenund Vermögen ans dem Staube hervorgezogcn? Warum mußdie Tugend hicnicdcn so froh sein, wie Lazarus an der Thür desReichen die Brosamen bettelnd aufzulesen, die von seiner schwel-gerischen Tafel fallkn?

Wer weiß nicht, wie oft schmeichelnde oder mächtige Für-sprachen, Kriechereien und Schlangenkünste des Ehrgeizigen ihnzu den höchsten Ehren und Würden in der menschlichen Gesell-schaft emporführen, wo er mit seiner bösartigen Denkart nurverderben und schaden kann? Wer weiß nicht, wie oft die vor-trefflichsten Geistcsgabcn und das reinste Herz in verächtlicherDienstbarkeit schmachten, wo sie ungekannt, unbenutzt, unbelohntvergehen?

Der Tugendhafte im Unglück, oft in der schwersten Verfol-gung, nimmt die Trostgründc der Religion zu Hilfe, um sichüber die endlose Reihe seiner irdischen Leiden zu beruhigen. Der