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Haar grau. Man umringt das furchtbare Ungeheuer mit scheuerEhrfurcht. Seine Stunde aber schlägt. Er stirbt; stirbt ohne Reue,wie er ohne Gewissen lebte. . Er entschlummert süß auf seinemweichen Kissen, wie der Gerechten einer. Feierlichkeiten umringenfeinen Sarg, Marmorsäulen bedecken sein Grab. Zwar wird derMund der Wahrheit schon zwischen dem Todtenprunke laut; Zwarrauschen die Flüche der Welt an seinen Marmorsäulen vorüber;zwar steht sein Andenken im Gedächtnis: aller Ueberlebcnd n ruch-los da. Aber der Tod hat sein Auge geschlossen. Der glücklicheWscwicht ficht den Abschcn der Welt nicht mehr; de' Tod hatsein Ohr verschlossen: die Vorwürfe der Wahrheit dxngcn nichtin die Tiefe des Grabes zu ihm, und den Flüchen icr Welt ister entwichen; er vernimmt sic nicht.
Wie wird mir? Sollte ich nicht irre werden rn der ewigenWcltordnung, welche nur den Tugenden die Palme des Siegesverheißen hat, während fich das freche und schlaue Laster damitschmückt?
Ich kann cs mir nicht verbergen: oft, sehr oft erschüttert michdas unbegreifliche Schicksal der Menschen, welches durchaus nichtimmer mit ihren Tugenden und Lastern in einem vergeltendenVerhältnisse steht. Und doch glaube ich an eine Tugend, die derHimmel liebt, und an das unausweichliche Verderbe::, welchesden Thatcn des Böscwichts auf der Ferse folgt.
Sehet da den frechen Betrüger, der mit schamoser Stirneden Biedermann heuchelt, und Wittwen und Wasen um ihrheiliges Eigenthum verkürzt; ganze Familien zuu Fall bringt;den Blutsverwandten wie den Fremdling hintcrght; den Staatberaubt und die Obrigkeit verblendet; Vermöge- auf Vermögenhäuft, und sich ein Wohlleben damit erkauft, md cs in heiterer,vorwurfsloser Ruhe bis an sein Ende geniest, als wäre diesalles die Frucht der edelsten Tugenden Mai spricht wohl: Un-