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Or schwelgt der Gottvergessene! Er schwelgt in denFreuden, welche er in dem Jammer manches Betrogenen er-kaufte; spottet der Unschuld; nennt die Tugend eine ehrlicheThorheit, die Religion ein Gängelband des blinden Volks; siehthohnlachend nieder auf die, welche ihm wie gute Engel nahenund ihn warnen; wählt sich Herzen ohne Grundsätze, ohne Treuezu Fnunden des scinigen, und schaut mit fiegerischcm Blick vonder Höfe seiner Herrlichkeit umher, und fragt: Ist auch einGott?

Er schvelgt schadenfroh von der Beute seiner Lasier, wie derunbestrafteWolf im Blute des zerrissenen Lammes; Keiner wagtihn zu störe,, Er ist zu mächtig, um den strafenden Blick desGerechten zu furchten; zu arglistig, um der Schlauheit der Bösennicht auszuweichen; zu klug, um nicht mitten in den Werkenseiner Abscheulichkeit das Aeußcrliche des guten Anstandes undfeiner Sitten zu beobachten. Die Sünde bestreut ihm den Pfaddes Lebens mit Rosen, und die böse Lust verbreitet ein frohesGefühl durch leine Brust. Er erreicht, was er will, und eSbleibt seinen Wünschen kaum etwas übrig, als beständige Dauerdes Genusses.

Er schwelgt und sündigt; seine einzige Tugend heißt Klug-heit, seine einzige Herzensgüte Lebensart, sein einziges VerdienstRcichthum. Ihm fallen neue Güter zu, und was er unternimmt,gedeiht, als bceifere sich selbst der Himmel, die Bosheit zu seg-nen. Menschn umringen ihn mit Ehrenbezeugungen. Ich sehemit Erstaunen das Laster vergöttert, und die Tugend verspottetim Staube und Finstern wandeln, wie ein Verbrechen. Wie?Schläft die Veraltung? Ist kein Richter über den Sternen?Ist die Erde das Paradies des Lasters, ist sie die Hölle desGerechten?

Er schwelgt, uni unter beglückten Gräueln wird endlich sein