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gern prahlest und glänzest, während es dir am Nothdürfttgengebricht, und du dich, auch vielleicht die Deinigen, durch deineEitelkeit in Armuth stürzest! Wer könnte dich lieben, wer dirvertrauen?
Das aber ist im menschlichen Leben ein gewöhnlicher Fall,daß man denjenigen, der irgend einmal als Heuchler im zwei-deutigen Lichte erschien, noch für weit schlimmer hält, als erwirklich ist. Er leidet also doppelte Strafe. Man vertraut ihmauch dann nicht, wenn er Glauben verdient; man hält auch die-jenigen Eigenschaften, die wirklich lobcnswürdig wären, an ihmnicht für ächt, sondern für erkünstelt, weil man nicht weiß, wieweit sich seine Kunst erstreckt, Andere zu blenden. Man vermuthetauch da von ihm Hinterlist und böse Absicht, wo er es im vollenErnst redlich meinen möchte, und schiebt seinen aus voller Ueber-zeugung des Guten geschehenen Handlungen irgend einen un-!lautern Zweck unter.
So ist des Heuchlers Loos, so sein Leben! Er hofft mit Klug-heit Alles zu überwinden; aber die Welt und die Umstände sindwahrlich mächtiger als er, und übcrmannen ihn. Er ist zuletztder am schlimmsten Betrogene, und erst aus den bittern Folgenseines Benehmens erkennt er, daß er mit Unklugheit handelte.
Sei wahrhaft und rein! Thue recht und scheue Niemand!Sei, was du scheinen willst, aber scheine nicht mehr, nicht besser,als du in der That bist. Sei freundlich im Sinn, wie im Blick;rechtlich und bieder im Herzen, wie in deinen Worten; keusch imGemüth, wie in deiner Geberde! Dies ist die wahre, die sichere,die wirklich beglückende Lebensklugheit, die niemals unterfinkenläßt. Es ist die Klugheit, welche Jesus empfiehlt, Gott, derHerzenskundige, nicht verwirft.
Ich weiß, mein Gott, daß Du mein Herz prüfest, und Auf-richtigkeit ist Dir angenehm! (1. Chrom 3V, 17.) So betete