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deine Kenntnisse und Geschicklichkeiten können dir Achtung undGönner gewinnen; deine Ehrenstetten können dir äußerliche Ehr-erbietigkeitsbezcugungen verschaffen, während man dich im Herzenverachtet — aber innige, treue Liebe deiner Mitbürger, festesVertrauen deiner Bekannten, gänzliche arglose Hingebung einesHerzens an das deinige, hoffe nicht mehr. Du hast dich selbstverurthcilt, ohne Freund zu sein.
Oder was soll man an dir lieben, du, der du nicht bist,was du scheinst? Dein Selbst? Wahrlich, was du Ursachehast zu verbergen, kann nicht liebenswürdig sein, und was duzeigest im Umgang und öffentlich, das bist du nicht selbst, sondernist eine entlehnte Maske. Versuche es, wirf sie ab und erscheineder Welt in deiner niedrigen Denkart, die du so schlau zu ver-bergen bemüht bist, und höre die Richtcrstimmc der Welt überdich! Aber die Richtcrstimmc Gottes wirst du hören. Du hastsie schon gehört. Sic ertönte dir in der Stimme deines Ge-wissens, wenn sic bei manchen deiner Handlungen sprach: das istunrecht! das ist schlecht! das ist ehrlos!
Wer sollte dich lieben, dich ehren, Heuchler, wenn du plötz-lich dastehen würdest in deiner ganzen Verworfenheit? wenn mandich erblickte, wie du auf ungerechten Wegen dir fremdes Gutzueigncst; wie du, Ehrsüchtiger, von deiner Leidenschaft geblendet,neidisch den Ruhm Anderer schmählcrst, und auf Schlcichpfadcnum die Gunst derer buhlst, die du nicht durch deine wahren Ver-dienste für dich gewinnen kannst; wie du, Wollüstling, im Ge-heimen Unzucht treibst und nach Verführung lechzest; wie du,Rachsüchtiger, mit feiger Hinterlist deinen Nebenmenschen einVerderben bereitest, das früher oder später wieder dein eigeneswerden muß; wie du, Geiziger, gern betest und fastest, Wohl-thätigkeit und Barmherzigkeit predigest, aber mit Anstand Witt-wcn und Waisen zu betrügen dich nicht schämst; wie du, Stolzer,