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Ms keineswegs bindet, was bei der andern verpflichtend ist:aber das Pflichtgefühl der Treue und Ehrlichkeit findest du den-noch bei allen gleich lebhaft; du findest es selbst tief in der Brustderer, die sich' ein Verdienst daraus machen möchten, Treue undGlauben zu verspotten.
Denn der Menschengeist ist etwas Anderes, als das Spieldes Irdischen. Seine innere Gesetzgebung ist unwandelbar, sowie er selbst unsterblich ist; während im veränderlichen Irdischen,in der bürgerlichen Welt, Sitten, Umgebungen und Einrichtungenmit den Zetten wechseln mögen. Er hat, mit dem Glauben aneine ewige Gottheit, zugleich das Streben nach dem Göttlichen,die Sehnsucht nach dem Vollkommensten empfangen, und alleKünstelei und alle Trugwcisheit entreißt ihm diesen Glauben,diese Sehnsucht nicht. Und wie er nach dem höhern und geringer»Vollkommener« ringt, wird ihm der Unwerth des Irdischen immerfühlbarer. Wo Liebe des Göttlichen wohnt, und Sehnsucht, gött-licher zu werden, da kann keine Handlung gefallen, die nicht ausdieser Liebe quillt, sondern eine Wirkung bloßer Klugheit, odergemeinen Eigennutzes, oder schnöder Ehrsucht, oder anderer thie-rischen Triebe ist. — Und dies Streben und dieser Sinn ist dieTugend! — Und dies Streben, dieser Sinn ist in der gesamm-ten Menschheit des Erdbodens alt, wie die Menschheit. Und indiesem Geiste sprach Jesus Christus das hohe Wort wider dieKlügler, welche den Glmrben an die Tugend zerstören wollen:Ich nehme nicht Ehre von den Menschen, abersich kenneeuch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habet.
Nie, nie mache mich der Witz falscher Weisheit, die Uebcr-redungskraft leichtsinniger Leidenschaft abtrünnig von Dir, oJesus, abtrünnig von dem erhabenen Ziel der Geisterwelt, ab-trünnig von mir selbst, dem heiligen Gesetze, das in mir lebt!Nie soll mir die Welt den Glauben an die Wahrheit und Einheit