Zwecke der Gottheit zerstört, und flinsere Gesundheit, oder unserethätigc Frömmigkeit vernichten muß. Allen Freuden der Weltentsagen, heißt Gottes herrliche Gaben verschmähen, die er gab,uns zu erquicken. I» die Einsamkeit und vor den Menschen fliehen'ist freilich ein Mittel, daß Leidenschaften einschlafen, die im Ge-wiihle der Welt erwachen; aber solche Entsagung der Welt heißtzugleich allem dem Guten und ScgcnSvollen entsagen, was wirnach Gottes Willen und Jesu Beispiel zu thun verpflichtet sind.Der todte Stein freilich kann nicht sündigen; aber ist er darumtugendhaft? Der Mensch, welcher sich in die Einsamkeit zurück-zieht, um zu beten und seine Leidenschaften zu vernichten, wäh-rend Andere für ihn sorgen und arbeiten sollen: ist er nicht einsehr unnützes Glied in der Gesellschaft der Menschen? Ist ernicht der Knecht im Evangelium, der, wie Jesus sagte, seinPfund vergrub, statt damit neuen Segen zn gewinnen? — Undwenn endlich in solcher unnatürlichen Enthaltsamkeit und Selbst-tödtuug die Gesundheit des Leibes nicht ganz verwüstet wird:bleiben auch nicht dann noch viele andere Begierden und Leiden-schaften wach, wogegen kein Gebet, kein Fasten fruchtet? Ver-leitet ein solcher unnatürlicher Zustand nicht oft zu unnatürlichennnd viel verbrecherischem Ausschweifungen?
Als der ewige Schöpfer den Menschen ins Leben rief, spracher: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. Im Schweißeseines Angesichtes soll er sein Brod essen." Die Ordnungen derSchöpfung, die Zwecke der göttlichen Welteinrichtung ändernwollen: kann dies die Absicht des ewigen Sohnes und seinerLehre gewesen sein?
Nimmermehr! Wir sind geschaffen, für einander unddarum mit einander zu lebe». Wir find geschaffen mitKräften und Einsichten verschiedener Art, daß wir uns aufmancherlei Weise unter einander dienen. Nicht Jesus, der gött-