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vornehmen, nnd mehr, als uns jemals möglich sein kann, zuvollenden.
Dies geschieht zum Beispiel, wenn wir uns in Stunden derEinsamkeit und Ueberlcgnng versetzen, allen Leidenschaften, durchwelche wir so oft zu Fehltritten verleitet werden, abzuschwören.
So lange wir für uns selbst sind, ungereizt durch Andere undbei ruhiger Besonnenheit, scheint es uns sehr leicht zu sein,künftig nie mehr zu zürnen, nie mehr im Haffe ausschweifend zuwerden, nie mehr der Wollust Gehör zu geben. Allein — einSchritt in die wirkliche Welt, und Alles ist anders. Unsere Nei-gungen werden wieder wach, unsere Leidenschaften werden wiederlaut. Wir können uns nicht enthalten, wieder den vorigen Tongegen die Menschen anzunchmen. Wir werden durch sic selbstgereizt, schlechter zu sein, als wir gern sein möchten. — Aberdies ist eine natürliche Folge unserer wirklichen Beschaffenheit;oft nur der Beschaffenheit nnscrs Körpers, unscrs Temperaments,unserer Gesundhcitsumständc. Wir können nie das Ncgewerdenunserer Gefühle und Leidenschaften verhindern, denn sie gehörenzu unser», Dasein, wie jeder Athcmzug. Wir können unmöglichso kalt und abgestorben werden, daß wir Alles, waö uns um-gibt und begegnet, mit gleichgültigen Augen ansehen. Aber diesfordert auch Jesus nicht von uns: auch er sah cS nicht mit Ge-lassenheit, wenn Geldwechsler und Krämer den Tempel entheilig-ten , wenn Pharisäer Andächtelei trieben. Allein, daß die in unswohnenden, aus unserer natürlichen Beschaffenheit, aus unsermTemperament hervorgchcnden Leidenschaften keine böse Richtungnehmen, dies können wir durch die Macht unscrs Willens ver-hüten. Dies zu thnn, leitet uns Jesus selbst durch Lehre nndBeispiel an.
Es folgt daraus, daß das gänzliche Ertödten aller Begierdenund Leidenschaften eine unnatürliche Forderung sei, welche die