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3 (1853)
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waren begierig, den verheißenen Messias kennen zn lernen. Sirerwarteten, einen Helden, einen David zu sehen, der, vonJehova beschirmt und begeistert, die Waffen gegen das damalsdie Welt beherrschende Rom erheben, und Jerusalem im Morgcn-nnd Abendlande gewaltig machen würde. Wenn sic aber in ihrenErwartungen betrogen standen; wenn Jesus ihnen selbst zuricf:Mein Reich ist kein irdisches, ist nicht von dieser Welt; Gottist ein Geist; ich bin sein Gesandter; ich stifte ein geistiges oderhimmlisches Mich! so wandten sie sich unzufrieden von ihm.

Millionen Völker wohnten auf Erden; aber der Name Jesu,des Verachteten, der in Kncchtsgestalt umherging, war keinemVolke bekannt. Nur wenige arme Leute von geringer Herkunft,von keiner Gelehrsamkeit, keinem Ansehen, hatten sich zu ihmgcthan, und hingen ihm mit reinem, liebendem Gcmüthe an.Und diese Einzelnen waren Juden, das heißt, Mitglieder einerNation, die schon damals von andern Nationen wenig geachtetund geliebt war, weil sie sich in allen Stücken eigensinnig vonandern Völkern trennte. Wer hätte damals ahnen sollen, daßeinst eine Zeit kommen würde, wo Könige und Kaiser der Weltdiese ersten Jünger und ihre Armuth beneiden, wo die mächtigstenFürsten vom Throne nicdcrsteigen und ihre Knie vor Jesu Namenbeugen, wo ganze Hcerschaaren, welche erobernd durch die Weltzogen, vor ihm anbetcnd in den Staub nicderfinkcn würden?

Aber Jesus, der Gottmensch, aus der Tiefe seiner irdischenNiedrigkeit, sah mit Hellem Blick in die Finsternisse einer tausend-jährigen Zukunft. Was damals kein Sterblicher auf Erdenträumen durfte, wußte er mit hoher Gewißheit. Er sagte esseinen schüchternen Jüngern voraus: Wenn kein Jerusalem, keinTempel und kein jüdisches Reich und kein Volk mehr ist, dann wirdnoch meine Lehre bestehen und siegend und glänzend aus demallgemeinen Untergänge, aus der Zwietracht und Verwirrung