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3 (1853)
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beweglichen Grund, wo nichts tiefe, dauernde Wurzel faßt. Dererste Sturm der Leidenschaft, die erste Stunde der Verführungweht den Samen des Guten wieder hinweg, wie leichte Spreu.Umsonst klaget ihr in spätcrn Jahren den Leichtsinn, die Sclbst-siichtigkeit eurer Kinder an nein, klaget euch an, die ihr durchunbedachtsamc, allzuweit getriebene Zärtlichkeit ihnen die Kunstgenommen habt, feste Grundsätze zu fassen.

Eine andere Quelle der Unbeständigkeit im tugendhaftenStreben ist jener Leichtsinn, jene Selbstvergessenheit betden Annehmlichkeiten des Lebens, welche allenMen-schen so natürlich ist. Schwere Verhängnisse und Leiden sindder Tugend bei weitem nicht so gefährlich, als freudige Um-stände, die unsere Lieblingswünsche begünstigen. Sind wir glück-lich, so glauben wir Alles durch uns selbst zu vermögen; imTrübsal aber, oder wenn wir Manches, was uns lieb war,verloren, werden wir religiös, theils um uns einen Werth zugeben, der uns nie geraubt werden kann, theils um uns zutrösten.

Wohl gewähren Freundschaft, Liebe und Glücksgüter uns froheStunden. Sie verachten, hieße der Anmuth des irdischen Lebensentsagen, die Gottes Güte den Sterblichen als Gegengewichtfür manches zu unserer Veredlung nothwendige irdische Uebelgab. Allein diese flüchtigen Genüsse sollen uns nicht von unsererhohem Bestimmung abwendig machen; nicht von der Heiligungunsers Gemüthes, nicht von der Vereinigung mit Gott.

Aber der leichtsinnige Sterbliche ist gleich dem Kinde, welches,lange vom Vater getrennt, nun dahin geht, sich in seine Arme zuwerfen, und die innige Sehnsucht zu stillen. Es verwundet unvor-sichtig seinen Fuß an manchen Dornen auf dem Wege zum Vater,und weint und verliert mit unnützem Wehklagen eine köstlicheZeit. Es sicht links und- rechts Blumen blühen; eS verweilt bei