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3 (1853)
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cinigung mit Gott zu führen, die Religion nicht zum Fußschemelder Sünde mache!

Noch Andere sind, und ihre Zahl ist nicht klein, welche dieTugend und ihren göttlichen Werth kennen; welche, von heiligenRührungen zuweilen ergriffen, zu hciligerm Leben entschlossenwaren; welche das Nichtige alles dessen keimen, was das LebenAnmuthiges geben kann, und überzeugt sind, daß nur der Tugend-hafteste, der Christ allein der glückseligste Sterbliche sei, es geheihm, wie es wolle. Aber dennoch bleiben diese Besserwissendenihren alten Thorhcitcn, ihren Tempcramcntsfehlcrn, ihrer Selbst-sucht treu. Aus Gewohnheit und Leichtsinn ist ihr ganzes Lebens-werk ein verächtliches Schwanken zwischen Himmel und Hölle,zwischen Tugend und Laster. Sie gehören zu denen, wo derGeist oft willig, das Fleisch aber schwach ist; deren edeln Vor-sätzen vom Morgen die Schamröthc des Abends folgt, welchedie Freude einer guten That immer wieder mit zwei unwürdigenHandlungen auslöschcn.

Diese Schlaffheit, diese Unbeständigkeit der Christen in ihremChristcnsinne, ist gewissermaßen der herrschende Fehler unsersgegenwärtigen Zeitalters. Festigkeit in der Denkart mangelt fastüberall; Weichlichkeit, flatterhaftes Bessern, Unentschlossenheit,Bewundern und Preisen, aber nicht Sclbstthun des Guten, Allengefallen wollen, ohne sich selbst achten zu können: dies ist dasgemeinste Ucbel. Wie es den einzelnen Menschen an Selbst-ständigkeit, an Beharrlichkeit in Vorsatz und Denkart gebricht,so fehlen diese rühmlichen Eigenschaften auch den Völkern. Daherdas traurige allgemeine Verderben, unter welchem wir seufzen;daher der Untergang so vieler ehrwürdigen und wohlthätigenEinrichtungen der Vorwclt; daher so wenig Vertrauen und Zu-versicht der Menschen auf das Mcnschcnhcrz und Menschenwort;daher so wenig Glauben an Tugend, und das übermäßige Lob-HI. 2»