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sie die Vorschriften Zesu und seiner Junger, Liebe, Versöhnung,Wohlthätigkeit, Edclmuth? Nein, von Allem nichts. Ihre Re-ligion ist nur Wortheiligkcit. Sie glauben genug gcthan zuhaben, wenn sie nur bekannte Gebctsfornieln regelmäßig und zubestimmten Zeiten hcrsagen; fleißig in die Kirche gehen, oderMessen anhören; den Gebrauch der Sakramente nicht unterlassenund ihr.Glaubensbekenntniß behaupten. Haben sic nun, nachihrer verkehrten Meinung, Gott gegeben, was Gottes ist: dannsorgen sie um das Andere nicht mehr. Sie betrügen im Handelund Wandel ihre Mitmenschen; verfolgen ihren Feind; treibenihre Wollüste; freuen sich, von ihren Bekannten das Böse aus-zubreitcn; verleumden, saufen, schwelgen — sind das Gegcn-thcil von Allem, was Christus war, und nenne» sich dennochChristen!
Und was von Allem das Unglaublichste ist: sie wissen sehr gut,daß ihre Thaten ungerecht find; aber sie lassen nicht von ihnenab, weil sie sich bereden, nur der Glaube mache selig, die Thalsei Nebensache! Sie stützen sich auf die einseitigen, oft auch sehrmißverstandenen Rcligionsvorträge ihrer Geistlichen, von denensie hören: nicht durch sein eigenes Verdienst werde der Menschgerecht, sondern nur durch Christi Verdienst, durch Jesu Todund Wunden; man könne leben, wie man wolle: wer einmalvon Gott zur Seligkeit auscrwählt sei, der bleibe auscrwählt;man könne leben, wie man wolle: das Blut Jesu wasche unsvon allen Sünden rein; die Heiligen seien unsere Fürsprecherbei dem Allergerechtestcn!
Welche Lästerungen Gottes, welche Lästerungen Jesu! O wiegroße Behutsamkeit ist dem Religionslehrer in seinen Predigtennothwendig, daß er nicht mit seinen Worten, statt,im Weinbergedes Herrn zu arbeiten, Unkraut säe, und statt Seelen zurVer-
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