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sein glauben, als das Thier: so läuft cs darauf'hinaus, daß siceine Kunst daraus machen, den Gaumen mit Leckerbissen zu kitzeln,und in feinem Gewändern, in bequemem oder köstlichem Woh-nungen sich gegen die Witterung zu schützen.
Wohl wissen sie auch von Religion, von Tugend — sie hörenja diese schönen Namen so oft. Aber es fällt ihnen nicht bei,daß sic durch Religiosität und Tugend sich selbst einen höhcrnWerth verschaffen können: sondern sie glauben, es sei genug ge-than, wenn sie sich durch ihre Sitten nur nicht anstößig machen;wenn sie es nur dahin bringen, daß man sic in der bürgerlichenGesellschaft duldet.
Nicht aus Ucberzcngung vom Bessern, sondern aus gemeinemEigennutz erweisen sic Andern wohl Gefälligkeiten, Freundschafts-dienste, um wieder bei Gelegenheit mit Aehnlichcm vergolten zuwerden. Von wem sic nichts erwarten können, den lassen sieunbeglückt stehen. Sie thun Gutes, o freilich, sie beleidigen nichtgern; aber ganz anders ist doch ihr Betragen gegen den Schwa-chen und Geringem, als gegen den Starken und Angesehenen.Sie handeln weniger ans edelm Gcmüth, als aus Furcht. Soschmeichelt auch das kleinere Thier dem stärkcrn und größern.Und wie jedes Thier den rohen Trieb hat, sich, wo es sein muß,furchtbar zu machen: so haben ihn auch diese Menschen. Umgefürchtet und geehrt zu werden von Ihresgleichen, streben sicnach Auszeichnungen, nach Gewalt und Ansehen auf mancherleiWegen. Sic kriechen vor dem Mächtigem und gehen stolz an demSchwächer» vorüber. Und wie? ist solch ein Mensch des NamensChristi würdig? Wahrlich, nein. Er ist kein Mensch im vollenSinne des Wortes; er ist nur ein verfeinertes, klügeres Thier.
Wohl sind Andere, denen es um ihr Leben nach dem Todenicht gleichgültig ist. Sic wollen Religion haben; sic glaubenreligiös zu sein. Aber was ist ihr ganzes Christenthum? Ucben