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3 (1853)
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innern Ueberzeugungen werden muß. Daher die Redensarten,daß der Verschlagene sein Glück macht, der sich in Alles zu fügenund zu schmiegen weiß, heute lästert, was er gestern ehrte; da-her, wer seinen guten Grundsätzen treu bleibt, und was einzigwahr, recht und gut ist, nicht dem Götzen des Tages, nicht derMode des Augenblicks aufopfern will, für einen Schwärmer undThoren gilt.

Bei dem Allen ist doch in jedem Menschen, selbst im Men-schen von der verdorbensten Gemüthsart, ein lebhafter Abscheuvor der Untugend des Wankelmnths. Denn wem könnte an An-dern ein Laster gefallen, das uns im gemeinen Leben oft genugSchaden bringt, und uns mitten unter unfern Blutsverwandtenzu einer ängstlichen Behutsamkeit nöthigt, als ständen wir zwischenanerkannten Verräthern! Selbst der offenbare Bösewicht, derRäuber, der Dieb freut sich am Menschen seines Gelichters wenig-stens der Standhaftigkeit. Denn ohne diese kann er sich auf seineeigenen Raubgcnoffcn nicht verlassen.

Und wenn wir gegen die Leute von wandelbaren Grundsätzenauch nicht immer Abscheu empfinden, so nähren wir doch gewißgegen fie eine heimliche Verachtung. Wir bezeichnen siemit dem Worte: schwache, unsichere, karakterlose Leute.Man ist vor solchen mehr auf der Hut, als vor offenen Feinden.Denn von diesen weiß man, was man zu befürchten hat, vonjenen aber nicht, zumal wenn fie für den Augenblick unsere Freundeheißen. Ja, fie heißen nur Freunde, aber sie sind es nicht;sie heißen ehrlich, brav, christlich, aber sie sind es nicht. Dennwer darf auf Tugend, Freundschaft, Ehrlichkeit und Christensinndessen zählen, der mit seinen Vorsätzen alle Tage abändert undnicht einmal auf sich selbst zählen mag?

Empfinden wir nun mit Recht Verachtung gegen Menschen,welche uns durch wankelhafte Gemüthsart empören, heute so,