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es glauben sollen? — in kurzer Zeit ist dieser Mann ein ganzanderer. Nicht etwa sein Eifer ist erkaltet für das, was ervormals gut nannte: nein, ernennt es schädlich, er arbeitet mitaller Kraft wieder dagegen. — Hier steht ein Hausvater, der,erschrocken vor dem allmäligen Verfall seines Vermögens, indiesen bedrängten Zeiten es sich zum festen Grundsatz macht, ohneZeitverlust und ohne Schonung Einschränkungen zu machen. AllerUeberfluß, aller entbehrliche Aufwand in Kleidern, Speisen,Geräthen und Ergötzungen soll abgeschafft werden. Er bleibtdem heilsamen Vorsatz einige Wochen und Monate getreu; nacheinigen Wochen und Monaten ist aber in seinem Hauswesen deraltx Unfug zurückgekehrt, der ihn und die Scinigen unmerklichzur Verarmung führt. — Hier steht, durchdrungen vom Gefühldessen, was recht und gottgefällig ist, ein Christ, eine Christin.Man gelobt, ein besseres, tugendhafteres Leben anzufangen. Manwill seine Leidenschaft unterdrücken, die offenen Fehler, die heim-lichen Sünden ablegen. Der Entschluß steht fest. Wie lange? —Ach, nach einem kurzen Zeitraum ist der beste Grundsatz wiedervergessen, und der schwache Mensch tröstet sich über seine Schlech-tigkeit so gut er kann und mag.
Dieser Wankelmuth in der Denkart der Menschen verursachteben so großes Nebel, als das offenbare Laster selbst. Denn diebeständigen Erfahrungen von solcher Unbeständigkeit rauben zuletztallen Glauben an die Tugend, an die Menschheit; machen jedesWort zweifelhaft, jede Versicherung verdächtig, und zwingen end-lich den Gutmüthigen zu einer Vorsicht, in der er weniger herz-lich, als klug handelt. — Daher der allgemeine Zweifel an Treueund Glauben unter ganzen Völkern und einzelnen Sterblichen.Daher die Verspottung dauerhafter Freundschaft. Daher, daßschlaue Klugheit immer angesehener, als redliche Treue, undglückliche Benutzung der Umstände werther, als Festhalten an