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Feste Denkart und Wankelmuth.

1. Kor. 1k, 13.

Immer bleibst Du, Herr, Dir gleich,

Wie an Huld, an Wahrheit reich;

Wankt der Mensch, verirrt er sich:

Du bleibst unveränderlich.

Du stehst ewig, wie Dn bist;

Und was Du verordnet, istJetzt, wie über tausend Jahr,

Heilig und unwandelbar.

Ach, verleihe Du mir Kraft,

Daß, im Sturm der Leidenschaft,

Ich, unwandelbar Dir treu,

Fest und stark im Heil'geu sei!

Der gemeinste Fehler der Menschen unsers Zeitalters ist wohleine gewisse Schlaffheit, eine Wandelbarkeit der Gesinnungen,ein beständiges Abändcrn der Handlungsweise und Denkart, wo-durch eine solche Unzuverlässigkeit in alle Verhältnisse und 'Ge-schäfte des Lebens tritt, daß inan zuletzt auf nichts mehr mitSicherheit zählen kann, und selbst gegen den Redlichen mißtrauischwird. Völker schließen Bündnisse; morgen, bei veränderten Um-ständen, find sie gebrochen. Freunde schwören sich ewige Liebe;nach Jahr und Tag stehen sie wider einander in offenem Streit.Dort gibt ein.ehrlichcr Mann dem andern sein Versprechen; kommtdie Stunde der Erfüllung, hat er, was er leisten wollte, ver-gessen, oder zuckt bedauernd die Achseln. Hier bekennt sich in derAufwallung edler Gefühle ein entschlossener Mann für vie guteSache; er spricht, er handelt mit Muth für sie; er scheut keineAufopferungen, er bekämpft die Hindernisse. Aber wer hätte