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Und wenn dann, o Christ, o Christin! wenn dann auch dasSchwerste kommt, und der Kelch der Leiden nicht an dirvorübcr-gcht, sondern dein Engel ihn dir darbietet, und du ihn trinkenmußt, und auöleeren bis zur letzten, bittersten Neige; wenn deinemenschliche Natur so großem Schmerze unterliegt, und alle deineKrMc wie vernichtet weichen — dann laß fliehen dein stillesGlück, nur nicht dein Vertrauen. Der Herr hat's gegeben, derHerr hat's genommen; hochgelobct sei der Name des Herrn!
Dies Vertrauen auf des ewigen Vaters hohe und weise Liebeist allein des Christen, des Gotteskindcs würdig; — nicht äußer-lich dargebrachtc Opfer, nicht thörichte Gelübde, durch die wirzwar zuweilen Menschen bereden können, aber keineswegs denErhabenen, der da weiß, was unser Bestes ist, und was wirbedürfen, che denn wir bitten!
O Gott, mein Gott, o höchste Liebe! wenn ich die thcurcZahl der lieben Meinigen durchschaue, deren Leben Du selbst mitmeinem Leben so innig verschlungen hast — wenn ich mir ge-wisse Unglücksfälle denke, welche mich zerschmettern könnten-
eS erzittert mein Innerstes — ach, ist cs möglich, wende sie vonmir ab! — Und soll ich verlieren, woran mein Leben und alleFreude desselben hängt — stärke mich, mein Gott, daß ich nurmein Vertrauen nicht verliere, daß ich auch im grausenvollstenAugenblick, unter den Trümmern meines vernichteten Glücks, zuDir aufblicken und sagen könne: Nicht mein, Dein Wille,-Du höchste Liebe! Amen.