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3 (1853)
Seite
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Und wenn dann, o Christ, o Christin! wenn dann auch dasSchwerste kommt, und der Kelch der Leiden nicht an dirvorübcr-gcht, sondern dein Engel ihn dir darbietet, und du ihn trinkenmußt, und auöleeren bis zur letzten, bittersten Neige; wenn deinemenschliche Natur so großem Schmerze unterliegt, und alle deineKrMc wie vernichtet weichen dann laß fliehen dein stillesGlück, nur nicht dein Vertrauen. Der Herr hat's gegeben, derHerr hat's genommen; hochgelobct sei der Name des Herrn!

Dies Vertrauen auf des ewigen Vaters hohe und weise Liebeist allein des Christen, des Gotteskindcs würdig; nicht äußer-lich dargebrachtc Opfer, nicht thörichte Gelübde, durch die wirzwar zuweilen Menschen bereden können, aber keineswegs denErhabenen, der da weiß, was unser Bestes ist, und was wirbedürfen, che denn wir bitten!

O Gott, mein Gott, o höchste Liebe! wenn ich die thcurcZahl der lieben Meinigen durchschaue, deren Leben Du selbst mitmeinem Leben so innig verschlungen hast wenn ich mir ge-wisse Unglücksfälle denke, welche mich zerschmettern könnten-

eS erzittert mein Innerstes ach, ist cs möglich, wende sie vonmir ab! Und soll ich verlieren, woran mein Leben und alleFreude desselben hängt stärke mich, mein Gott, daß ich nurmein Vertrauen nicht verliere, daß ich auch im grausenvollstenAugenblick, unter den Trümmern meines vernichteten Glücks, zuDir aufblicken und sagen könne: Nicht mein, Dein Wille,-Du höchste Liebe! Amen.